Moment mal Moment mal

So ein Leerrohr muss ins Flexi­-Rohr. Nicht immer unproblematisch.
So ein Leerrohr muss ins Flexi­-Rohr. Nicht immer unproblematisch. © Foto: Franz Glogger
Illerkirchberg / Franz Glogger 09.08.2018

Mächtig stolz war der Illerkirchberger Bürgermeister Anton Bertele immer darauf, die Empfehlungen des Landes beherzigt und beim Richten von Straßen stets genügend Leerrohre verlegt zu haben. Für den Ausbau des schnellen Internets schien die Gemeinde kostensparend vorgesorgt zu haben. Müssen in die verlegten Schutz-Leerrohre doch nur noch Kabelhüllen geschoben und Glasfaserkabel eingeblasen werden. Schon flitzen riesige Datenströme von Rechner zu Rechner.

Doch oh Schreck! Alles graue Theorie, musste die Verwaltung in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats berichten. Denn an mehreren Stellen ist Leerrohr-Verstopfung angesagt. Ursache seien die verwendeten außen wie innen gerillten Kabel-Schutzrohre. Da flutscht in Biegungen halt nicht viel. Wenigstens verzeichnet Illerkirchberg keinen vollständigen Rohrkrepierer, denn in Bereichen ohne „größere Kurven oder Abweichungen“ gibt es auch keine größeren Probleme.

Außerdem hat die Gemeindeverwaltung bereits über Abhilfe nachgedacht. Beschlossen wurde, dort wieder aufzugraben, wo die verflixten Flexi-Rohre besonders krumm liegen. Für den Aufwand von 150 000 Euro werden 116 000 Euro Zuschuss vom Land erhofft, so dass an der Gemeinde überschaubare 34 000 Euro hängenbleiben. Vorteil dabei: Man sieht, wie (schlampig) die Leerrohre verlegt wurden. Denn Gemeinderat Josef Häußler, selbst ein erfahrener Strippenzieher, vermutet, dass diese mehr oder weniger krumm in den Graben geschmissen wurden. Könne gar nicht anders sein, denn nach seiner Erfahrung „gehen 80 Meter immer“.

Ein betroffener Abschnitt ist die vor wenigen Jahren komplett sanierte Bucher Straße. Dass nun der Gehweg wieder aufgerissen wird, dürfte die Anwohner kaum überraschen. Denn nach der Sanierung war der Asphalt kaum trocken gewesen, schon buddelte die Deutsche Telekom wieder auf. Obwohl im voraus auf die Bauarbeiten aufmerksam gemacht, kam das Unternehmen anschließend auf die Idee, sich auch einmal mit dem schnellen Internet zu beschäftigen.

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