In dem Karton mit dem blauen "Quelle"-Aufdruck liegen Baupläne und Farben. Der Flieger zum Kartoninhalt liegt nebenan auf dem Holztisch, der mit unzähligen Farbklecksen und Kerben gespickt ist. An der Wand über der Werkbank hängen Fotografien von grünen Wiesen mit Fliegern vor blauem Himmel, die wie ein Ersatz wirken für die alten, verrußten Fenster, die der Modellsportverein einem verstopften Ofenrohr verdankt.

"Früher, da war hier die Bude voll und Highlife", sagt der Vorsitzende Joachim Stahl, als er mitten in der Vereinswerkstatt steht. Heute ist es zwar ruhiger geworden, aber viele der 110 Vereinsmitglieder treffen nach wie vor dort zum Basteln, direkt hinter der Arbeiterwohlfahrt in der Achstraße. Stahl hat dort in seiner Jugendzeit schon an kleinen und großen Modellfliegern gebastelt. 1977, ein Jahr nach der Vereinsgründung, ist er Mitglied im Verein geworden - und fliegt noch immer. Mittlerweile vor allem Segelflieger, die von motorbetriebenen Fliegern in die Luft geschleppt werden. "Ganz so wie die Vorbilder."

Am 5. und 6. März zeigt der Verein auch anlässlich seines 40-jährigen Bestehens in einer Modellbauausstellung in der Stadthalle Langenau, was sich so alles nachbauen lässt - stets im maßstabsgetreuen Verhältnis. Um die 60 Exponate, vom Motorflieger, über Segelflieger und Elektroflieger bis hin zum Jet und dem A380-Nachbau von Adi Pitz gibt es zu sehen.

Aber der Verein will sich nicht allein aufs Fliegen versteifen, sondern hat auch andere Modellbauten im Blick. So zeigt die IG Modellbau Alb aus Dettingen ein 60 Quadratmeter großes Sägewerk und darauf den kompletten Ablauf, von der Holzanlieferung über das Sägen bis zum Abtransport.

Mit der Ausstellung hofft der Verein, neue Mitglieder zu gewinnen. "Wir entwickeln uns so, wie sich die Gesellschaft entwickelt", sagt Stahl. Viele Mitglieder seien mittlerweile zwischen 50 und 65 Jahre alt. Und nicht alle gehören zu den Aktiven, die sich um Werkstatt und den Flugplatz bei Setzingen kümmern können und wollen. Es geht also auch ein wenig um das richtige Verhältnis von Jung und Alt im Verein.

Was aber macht den Reiz am Modellbau aus? Für Stahl war es immer die Technik, das Programmieren, die Arbeit mit Verbundstoffen und natürlich das Fliegen. "Und das Hobby bringt halt auch Jugendliche heraus, die das dann zum Beruf machen."

In den 80er-Jahren habe es ein Vereinsmitglied bis zum Verkehrspiloten gebracht. "Viele von uns sind auch Sportflieger", sagt Stahl. Und nicht wenige seien über den Verein beim Studium für Luft- und Raumfahrttechnik gelandet.

Info Die Ausstellung ist am Samstag von 14 bis 18 Uhr und am Sonntag von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Am Sonntag werden gegen 14 Uhr Vertreter der Gemeinden und des deutschen Modellfliegerverbands sprechen. Der Eintritt für Erwachsene kostet zwei Euro, ein Glas Sekt inklusive.