Nahverkehr Mobilität auch für weniger mobile Dornstadter

Dornstadt / Thomas Steibadler 15.02.2018
Das Bürgerrufauto geht an den Start. Ehrenamtliche Fahrer und Unterstützung der Gemeinde ermöglichen kostenloses Angebot.

Das Bürgerrufauto ist startklar. Von Montag, 12. März, an wird es durch Dornstadt und die Teilorte fahren. Bürger „mit eingeschränkter Mobilität“ werden nach Mitteilung der Gemeinde dann von Haustür zu Haustür gebracht. Am Steuer sitzen ausschließlich ehrenamtliche Fahrer­innen und Fahrer, für die Fahr­gäste ist der Transport kostenlos.

Eine Ergänzung zum öffentlichen Nahverkehr der Buslinie 49 – diese Idee hatten die Freien Wähler im Dornstadter Gemeinderat bereits im Jahr 2013 vorgebracht. Damals war die Rede von einem Bürgerbus, der in die Lücken des Linienfahrplans stoßen und nach einem eigenen Fahrplan in der Gemeinde unterwegs sein sollte. In den Haushaltsplan 2014 wurden auch 45 000 Euro für einen Bürgerbus aufgenommen.

„Dann ist aber eine Weile nichts passiert“, sagt Herbert Jarosch, Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler. Mitte 2015 regte die Verwaltung die Bildung eines Arbeitskreises an, der die Einführung eines Bürgerbusses vorbereiten sollte, nach etwa einem Jahr aber auf die Bremse trat. Denn inzwischen hatte der Landkreis, zuständig für den Bus-Nahverkehr, das Angebot auf der Linie 49 verbessert und die Lizenz an einen neuen Betreiber vergeben. Mit der Fahrplanverbesserung, erläutert Jarosch, war dem Bürgerbus die Existenzgrundlage entzogen. Ein solcher dürfe keine Konkurrenz zum Linienbus darstellen und hätte auch nur mit Einverständnis des Linienbetreibers verwirklicht werden können.

Für den Arbeitskreis kein Grund auszusteigen. Jarosch, seine Fraktionskollegin Ulrike Hubacsek, Hauptamtleiter Jörg Hunke, Holger Korda, Vorsitzender des Vdk Ortsverbands, und der ehemalige Gemeinderat Karl Matos suchten nach einer anderen Möglichkeit, mehr Bürger in Dornstadt mobil zu machen –  und kamen auf das Bürgerruf­auto. Im Juli vergangenen Jahres präsentierte der Arbeitskreis das Konzept, an einem Informationsabend der Dornstadter Öffentlichkeit und begann, ehrenamtliche Fahrer zu suchen.

„Wir haben schon gestrampelt, dass wir das hinkriegen“, sagt Herbert Jarosch. Mit Erfolg. Für den Fahrdienst haben sich 16 Freiwillige gemeldet und – von der Gemeinde bezahlt – den Personenbeförderungsschein erworben. „Ein ganz guter Einstieg“, meint Hauptamtleiter Hunke. Der noch besser gelungen wäre, wenn sich auch aus Temmenhausen ein Fahrer oder eine Fahrerin gemeldet hätte, meint Gemeinderat Jarosch und ergänzt: „Wir arbeiten daran.“ Ansonsten seien im Fahrerlager alle Teilorte vertreten.

Das Bürgerrufauto wird von Montag bis Freitag jeweils von 8 bis 18 Uhr zur Verfügung stehen. Wer wegen einer Behinderung oder einer anderen Einschränkung nicht mobil ist, kann sich abholen und zu einem Ziel innerhalb des Gemeindegebiets bringen lassen. Die Fahrt ist kostenlos, Spenden für das Bürger­rufauto seien aber willkommen, sagt Amtsleiter Jörg Hunke. Dessen Mitarbeiterinnen im Ordnungsamt nehmen die telefonischen Anmeldungen entgegen, Fahrten können auch über die Homepage der Gemeinde gebucht werden. Den Dienstplan der Fahrer stellen wiederum ehrenamtliche Helfer zusammen.

Ein Caddy mit sieben Sitzen und Erdgasmotor

Fahrzeug Die Gemeinde Dornstadt hat für das Bürgerrufauto einen VW Caddy mit Erdgasmotor geleast. Der umweltfreundliche Antrieb passe zur Nachhaltigkeitsstrategie der Kommune, teilt die Gemeindeverwaltung mit. Die monatlichen Kosten betragen etwa 600 Euro. Der Siebensitzer ist bereits geliefert und beklebt und wird in den nächsten Tagen zugelassen. Die „Jungfernfahrt“ ist für den 7. März geplant, der reguläre Betrieb des Bürgerruf­autos beginnt am Montag, 12. März.