Langenau Mobilität als eine der drängendsten Zukunftsfragen

Langenau / Von Barbara Hinzpeter 23.07.2018

Bürgermeister Daniel Salemi hatte sich vorgenommen, den Empfang im Freien durchzuziehen. Ohne Schirm – komme, was da wolle. Doch abgesehen von ein paar Tropfen gegen Ende der Rede blieb’s trocken. Die war alles andere als das. Der Rück- und Ausblick fiel ebenso nachdenklich wie unterhaltsam aus.

Schätzungsweise 450 Langenauer waren zum zweiten Pfleghof-Empfang in der 483-jährigen Kinderfest-Geschichte gekommen. Sie klatschten Beifall, als Salemi ankündigte, dass die Tickets für den Stadtbus, der ab Dezember fahren soll, im ersten Monat nichts kosten. So könne jeder das Angebot testen und auf den Geschmack kommen. Salemi: Die Mobilität sei eine der drängenden Zukunftsfragen, insbesondere im ländlichen Raum. An Carsharing, alternativen Antrieben und autonomem Fahren führe kein Weg vorbei. Und es werde ein Plan fürs innerstädtische Radwegenetz erarbeitet. Jeder vierte Langenauer nutze das Rad regelmäßig in der Freizeit und um zur Arbeit zu kommen. Ebenfalls Applaus bekam der Bürgermeister für die Glückwünsche zum 30-jährigen Bestehen des Pfleghofs und der Bücherei. Das Kulturangebot war bei einer IHK-Umfrage zum Wirtschaftsstandort als das beste im gesamten Regierungsbezirk gelobt worden. Doch könne sich die Stadt auf diesen Lorbeeren nicht ausruhen, meinte Salemi: Geklärt werden muss unter anderem, was aus dem Güterschuppen wird und wie Engpässe in Bücherei und Braunwarthschem Haus, dem Domizil von Archiv und Ungarndeutschen Heimatstuben, behoben werden.

Flächen für Wohnen

Der Rathaus-Chef sprach sich für eine „klare Haltung zu Prioritäten“ bei den aktuellen und den Aufgaben der Zukunft aus. Wohlstand und Wachstum hingen davon ab, dass Flächen für Wohnen und Arbeiten bereitgestellt werden. Der  kalkulierte Bedarf von 42 Hektar Siedlungs- und 20 Hektar Gewerbeflächen in den nächsten 15 Jahren mache den Grundsatz „Innen- vor Außenentwicklung“ bewusst und heiße „im Klardeutsch“ auch: „Nicht jeder, der einen Einfamilienhaus-Bauplatz möchte, bekommt einen.“

Der Anteil an Geschoss-  und preisgünstigem Wohnungsbau müsse erhöht werden. Schwerpunkte blieben Schulen und Kinderbetreuung, für die bereits wieder ein Neubau-Standort gesucht werde. Ausführlich erläuterte der Bürgermeister die Parksituation beim Bad und in der Wörthstraße, die viele Langenauer für einen Schildbürgerstreich hielten.

Perfekt war die Dramaturgie: Als bei den letzten Klängen des von der Stadtkapelle gespielten Jubiläums-Stücks „Langenauer Zeitzeichen“ ein Storch auf dem Kamin des Braunwarthschen Hauses landete und alsbald ein zweiter eine Runde über den Zuhörern drehte.

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