Die im November in Laichingen begonnene mobile Jugendarbeit wird zumindest bis Ende 2020 fortgesetzt. Der Gemeinderat hat am Montagabend einstimmig dafür plädiert, den zwischen der Bürgerstiftung Laichinger Alb und der Jugend- und Erwachsenenhilfe Seitz abgeschlossenen Dienstvertrag für zwei Streetworkerinnen mit einem Beschäftigungsumfang von insgesamt 50 Prozent zu übernehmen. Wie berichtet, finanzieren Bürgerstiftung und Kinderschutzbund von November 2018 bis März 2019 die mobile Jugendarbeit aus eigenen Mitteln (20 300 Euro). Für den Zeitraum von April 2019 bis Ende Dezember 2020 teilen sich dann die Kosten anders auf: 41 340 Euro übernimmt die Bürgerstiftung, 27 560 Euro der Kinderschutzbund, 14 000 Euro die Stadt. 11 000 Euro werden als Zuschüsse erwartet.

Mehrfach habe sie bei früheren Haushaltsberatungen nach Mitteln für die mobile Jugendarbeit gefragt, sagte Gisela Steinestel (Igel). Eine 50-Prozent-Stelle, aufgeteilt auf zwei Frauen, sei nun „ein Anfang“. Bernhard Schweizer (LAB) meinte, die professionelle Begleitung durch die Streetworkerinnen tue den Jugendlichen und der Stadt gut. Ralf Schiffbauer, Vorsitzender der Bürgerstiftung, sprach von „tollen Erfolgen in kurzer Zeit“. Die „aufsuchende Arbeit“ und das Programm im Jugendhaus gehörten untrennbar zusammen. Wie berichtet, bieten die Streetworkerinnen Natasha Pilipovic und Sophia Burkhardt nun einen zweiten Öffnungstag an.

Was sagt der Jugendbeirat?

Esther Eiben (BWV) vermisste bei der Beratung am Montagabend Vertreter des Jugendbeirats. Sie hätte gern von ihnen gehört, wie sie das Konzept bewerten. Überhaupt sei es um den Jugendbeirat still geworden, es gebe gerade gar keine Sitzungen mehr, fügte Ulrich Rößler (BWV) an. Der Jugendbeirat sei „ganz eng mit einbezogen“ worden, sagte Bürgermeister Klaus Kaufmann. Weil aber manche Mitglieder mit dem Studium begonnen hätten, vollziehe sich gerade ein personeller Wechsel. In Arbeit sei gerade ein Projekt zur Kommunalwahl an den Schulen. „Das ist kurz vor der Vollendung.“

Axel Conrady, Pädagogischer Leieter der Jugendhilfe Seitz, stellte klar, dass die mobile Jugendarbeit keine Konkurrenz zu bestehenden Angeboten darstellt. „Wir wollen die Lücke, die da gesehen wurde, füllen.“ Einen Austausch gebe es – so weit es die Vorgaben des Datenschutzes zulassen – mit der Schulsozialarbeit. Ziel der Streetworkerinnen sei, Jugendliche zu erreichen, „die nicht so recht wissen, was sie in ihrer Freizeit anfangen sollen“, sagte Conrady.