Landwirtschaft Mobil unterwegs auf der Weide

Dietmar Stotz und Schaf auf dem Stand.
Dietmar Stotz und Schaf auf dem Stand. © Foto: Katrin Stahl
Bermaringen / Katrin Stahl 06.10.2018

Fragt man Schäfer Dietmar Stotz, was er sich von seinem Neuerwerb erhofft, dann kommt die Antwort sehr schnell: „Weniger Stress für Mensch und Tier.“ Und tatsächlich wirken sowohl er als auch seine Schafe sehr gelassen, als sie den ersten mobilen Schafpflegestand im Alb-Donau-Kreis in Aktion präsentieren. Die Anlage in der Größe eines Anhängers soll den Wanderschäfer aus Bermaringen in Zukunft dabei unterstützen, seine Schafe direkt auf der Weide zu pflegen.

Ein Tier nach dem anderen wandert an diesem sonnigen Vormittag durch den schmalen Gang der Station. In der Mitte angekommen, werden sie von Dietmar Stotz festgehalten, gewogen und sortiert – danach dürfen sie wieder zurück auf die Weide. Auch die Behandlung gegen Parasiten, Klauenpflege und das Einziehen von Ohrmarken sind, so Stotz, durch die mobile Anlage nun deutlich einfacher möglich. Mit einem digital gekoppelten System können die erhobenen Daten direkt erfasst werden. Die Herde des Schäfers umfasst mehrere hundert Tiere. Sie beweiden Feuchtwiesen, Kalkmagerrasen und Wacholderheiden im Kleinen Lautertal und auf der schwäbischen Albhochfläche. Ihr Schäfer ist bereits jetzt begeistert von seiner neuen Anlage: „Alle Schafe müssen nicht jedes Mal eingesammelt und zum Hof gebracht werden. Die schnelle Behandlung ist eine echte Arbeitserleichterung.“

Die Idee zum mobilen Schafpflegestand kam dem Schäfer zum ersten Mal vor ungefähr drei Jahren. Sein Vorhaben stellte er schließlich dem Landschaftserhaltungsverband (LEV) Alb-Donau-Kreis vor. Zur Hälfte wird die Anlage nun aus Landesmitteln gefördert.

Unterstützung durch das Land

Lydia Steffan, stellvertretende Geschäftsführerin des LEV Alb-Donau-Kreis, hält den Stand für eine tierfreundliche und zeitgemäße Investition: „Die neue Anlage wird auf naturschutzfachlich sehr hochwertigen Weideflächen zum Einsatz kommen.“

Außerdem wolle man auf diese Weise die Zukunftsfähigkeit der Schafhaltung unterstützen, sei doch besonders die für die Natur wichtige Wanderschäferei in den vergangenen Jahren immer stärker zurückgegangen. Steffan ist davon überzeugt, dass die neue Station „ein effizientes und artgerechtes Herdenmanagement“ ermöglicht. Und wer weiß, vielleicht kann Schäfer Stotz ja auch bald ein wenig Werbung für seinen Beruf machen, wenn er das nächste Mal mit seinem mobilen Schafpflegestand unterwegs ist.

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