Kirche Pankratiuskirche: Mittelpunkt ist der Altar

Pfarrer Jochen Boos (rechts) und Weihbischof Thomas Maria Renz verbrennen bei der Altarweihe Weihrauch auf dem umgestalteten Altar in der Kirche St. Pankratius Steinberg.
Pfarrer Jochen Boos (rechts) und Weihbischof Thomas Maria Renz verbrennen bei der Altarweihe Weihrauch auf dem umgestalteten Altar in der Kirche St. Pankratius Steinberg. © Foto: Franz Glogger
Steinberg / Franz Glogger 14.05.2018
Mit der Altarweihe hat die katholische Kirchengemeinde Steinberg gestern ihre Pankratiuskirche wieder in Besitz genommen.

Das wünscht sich Pfarrer Jochen Boos häufiger: Dass die Kirche St. Pankratius in Steinberg so voll ist, dass die Gottesdienstbesucher sogar draußen Platz nehmen müssen. Der Anlass gestern war entsprechend gewichtig: Nach einer umfangreichen Sanierung des Innenraums ist das Gotteshaus mit der Altarweihe durch Weihbischof Thomas Maria Renz wiedereröffnet worden.

Neue Möglichkeiten

Die letzte Altarweihe in Steinberg hatte vor 199 Jahren stattgefunden. Damals war die alte Kirche abgebrochen worden, nur der Turm blieb stehen und wurde in den Neubau integriert. Der Grundsatz von damals, „Altes bewahren, mit Neuem verändern“, sei auch diesmal beherzigt worden, sagte der Langenauer Architekt Elmar Weber. Neu gestaltet wurde insbesondere der Altarraum: Die Stufen wurden beseitigt und so eine Ebene geschaffen, der Altar wurde in die Mitte gerückt. Dieser musste für seine neue Rolle umgestaltet werden.

Das sei eine gute Entscheidung gewesen, meinte der Erbacher Steinmetz August Weber. Denn der Travertin, ein Kalkstein, aus einem Steinbruch bei Gauingen bei Zwiefalten passe wegen seiner ruhigen Struktur bestens in den Kirchenraum. Auch Weihbischof Renz war beeindruckt. Mit der Neugestaltung rücke der „Wohnzimmertisch der Gemeinde, an dem sich Himmel und Erde verbinden“ in den Mittelpunkt und eröffne neue Möglichkeiten, etwa für die Kinderkirche.

Weitere Bausteine der 800 000 Euro teuren Kirchensanierung waren der Einbau einer neuen Elektrotechnik und einer Bankheizung sowie automatisch betriebene Lüftungsfenster und neue Lautsprecher. Zudem wurden Risse in der Stuckdecke ausgebessert und Wände und Decken gereinigt. Zu guter Letzt wurden die Kirchenbänke abgeschliffen und frisch eingelassen. Den Hauptteil der Arbeiten haben ehrenamtliche Helfer erledigt; an die 2500 Arbeitsstunden, wie der ehrenamtliche Bauleiter Andreas Schneider überschlägig errechnet hat. Diese werden auf den Eigenanteil der Kirchengemeinde angerechnet. 90 000 Euro forderte die Diözesanverwaltung, die den Rest der fast 800 000 Euro teuren Sanierung übernimmt.

Gestern gab es allseits Lob für die von der Kirchengemeinde in gut einem halben Jahr vorangebrachte Sanierung. Klar in den Formen lenke nichts Überflüssiges den Gläubigen ab, der in einem „oft unklaren Leben hier einen Ruhepunkt findet“, sagte Pfarrer Boos. Bürgermeister Martin Jung bescheinigte den Steinbergern mit „Hingabe und Liebe zur Sache“ gestaltet zu haben: „Sie haben die Lebendigkeit ihrer Gemeinde unter Beweis gestellt.“ Umrahmt wurde der Gottesdienst vom Sängerbund Staig, einem Geigenquartett der Musikschule Iller-Weihung und Jakob Jäger an der Orgel. Das traditionelle Pankratiusfest der Kirchengemeinde schloss sich an den Gottesdienst an, dort spielte der Musikverein St. Helena Altheim auf.

Eisheiliger und Helfer für kranke Kinder

Pankratius ist einer der Eisheiligen (12. Mai) und Schutzpatron der Erstkommunikanten und Helfer gegen Krämpfe, Hautkrankheiten und Kopfschmerzen. Der Segen mit der in Steinberg aufbewahrten Reliquie wird deshalb bis heute als Heilsbringer geschätzt, insbesondere für kranke Kindern. Auch gestern wurde der Pankratius-Segen angeboten und zahlreich wahrgenommen: Der Behälter mit der Reliquie – das „Boile-Kissen“ –  wird an die Wange gehalten, dazu der Segen gesprochen.

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