Zugfahrt Mit Volldampf durch den wilden Westen

Die „Geier“, eine berüchtigte Räuberbande, haben die Öchsle-Bahn überfallen. Doch an Bord sind auch einige Hilfssheriffs. Die Sonderfahrt zwischen Biberach und Warthausen haben die Karl-May-Festspiele Burgrieden und die Öchsle-Bahn organisiert.
Die „Geier“, eine berüchtigte Räuberbande, haben die Öchsle-Bahn überfallen. Doch an Bord sind auch einige Hilfssheriffs. Die Sonderfahrt zwischen Biberach und Warthausen haben die Karl-May-Festspiele Burgrieden und die Öchsle-Bahn organisiert. © Foto: Franz Glogger
Region / Franz Glogger 12.06.2018
Cowboys, Sheriffs und Indianer – beim Western-Tag auf der Öchsle-Bahn haben sich auch viele Fahrgäste passend gekleidet.

Von wegen „stimmungsvolle Dampfzugfahrt durch oberschwäbische Wiesen und Wälder“, wie die Öchsle-Bahn gerne wirbt. Gerade als am Samstag die königlich-württembergische Schmalspurbahn Reinstetten verlässt und ins beschauliche Tal der Rottum rollt, zwingen um sich schießende Banditen den Lokführer zum Halt. Aus den Gebüschen stürmt eine Horde Maskierter und befiehlt den Fahrgästen auszusteigen.

Es sind die „Geier“, eine berüchtigte  Räuberbande aus den „Llano Estacados“ in New Mexico, die  Farmen und Siedlertrecks überfällt. Während die einen die Kinder, Frauen und Männer in Schach halten, verschaffen sich andere Zutritt zum ersten Waggon. Dort haben sich einige Hilfssheriffs mit einem Gefangenen verschanzt, Weller, dem Anführer der Geier. Bald erkennen die Gesetzeshüter ihre aussichtslose Lage und ergeben sich der Übermacht. Einige wagemutige Passagiere legen sich trotzdem mit dem Gesindel an. Nach einer handfesten Keilerei ergeben aber auch sie sich dem Schicksal. Der nun wieder freie Weller, seine schwerbewaffneten Handlanger und die Zugreisenden steigen wieder in die Waggons und die Lok „Berta“ nimmt rauchend und dampfend Fahrt auf Richtung Ochsenhausen. Diesmal allerdings scherzen und lachen die Fahrgäste miteinander.  Denn der Überfall war ein von den Karl-May-Festspielen Burgrieden und der Öchsle-Bahn inszeniertes Spektakel.

Lederkluft und Fransen

„Mit Volldampf durch den Wilden Westen“ war eine Sonderfahrt, der sich 260 Westernfreunde angeschlossen hatten. Dass heute etwas Besonderes ansteht, war bereits auf dem Bahnhof in Warthausen zu sehen. Viele waren in zünftiger Kluft gekommen: Lederwesten mit Fransen, breitkrempige Hüte. Südstaaten-Offiziere, feine Herren mit Melone. Jeans geschützt durch Chaps, Ladies mit Rockreif und züchtiger Haube. Viele kannten sich aus Westernvereinen und als Stammgäste der Festspiele. Aber auch die „Zivilisten“, zum Beispiel eine Frauenturngruppe, einheitlich gekleidet in neongelben Funktions-T-Shirts, hatte einen Riesenspaß an dem Kidnapping. Zumal in Ochsenhausen die Karl-May-Legende höchstpersönlich auf die Gäste wartete: der edle Apachen-Häuptling Winnetou. Er wird heuer von Max Feuerbach gespielt. Der 31-jährige Münchner spielte bislang in Fernsehproduktionen, am Theater und hält Kurse an der Münchener Film Akademie. Zur Unterhaltung gab es Countrymusik von „Saloon 66“ und Westerntanz mit den „Stonehouse Liners“ sowie stilgerechte Verpflegung mit Chili con Carne und Western-Kartoffeln.

Öchsle-Bahn-Vorsitzender Benny Bechter und Festspielleiterin Claudia Huitz waren mit der Stimmung und dem reibungslosen Ablauf des Überfalls sehr zufrieden. „Es war richtig, richtig gut. Eine Super-Fahrt in den Wilden Westen. Geht es nach uns, machen wir das im nächsten Jahr wieder. Ideen haben wir schon“, sagte Huitz.

Premiere mit „Der Sohn des Bärenjägers“

Festspiele „Unter Geiern – der Sohn des Bärenjägers“ heißt die diesjährige Produktion der Festspiele. Es ist die fünfte der 2013 gegründeten Freilichtbühne. Premiere ist am Samstag, 7. Juli, um 19 Uhr. Bis zum 9. September folgen 30 weitere Vorstellungen. Karten für 29,50 Euro gibt es unter www.festspiele-burgrieden.de oder bei der Ticket-Hotline unter der Telefonnummer (01806) 70 07 33.

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