Infrastruktur Mit Siebenmeilenstiefeln ins Digitale

Webcam von der Bahnhof-Baustelle Merklingen: Eines der ersten Digital-Projekte des Verbands Region Schwäbische Alb. In diesem Fall ist das Verkehrsministerium Baden-Württemberg mit im Boot.
Webcam von der Bahnhof-Baustelle Merklingen: Eines der ersten Digital-Projekte des Verbands Region Schwäbische Alb. In diesem Fall ist das Verkehrsministerium Baden-Württemberg mit im Boot. © Foto: Sabine Graser-Kühnle
Laichingen / Sabine Graser-Kühnle 25.08.2018

Der Verband Region Schwäbische Alb hat sich Siebenmeilenstiefel angezogen: Mit dem Zukunftsprojekt „L.A.O.F. in die Zukunft 4.0“ soll die Digitalisierung im Laufschritt zu den Bürgern auf der Laichinger Alb und im Oberen Filstal gebracht werden.  „Es soll etwas laufen“, interpretiert Thomas Eppler, der kaufmännische Geschäftsführer des Verbands, diese kommunale Digitalisierungsstrategie. Sinnbildlich bringt der Geschäftsführer dazu die aktuellen Bilder über den Baufortschritt an der Bahnhofsbaustelle in Merklingen, die per Webcam in jedes Haus mit Computeranschluss gelangen, ins Spiel. Eine große Herausforderung. Das sieht der Verbandsvorsitzende, der Laichinger Bürgermeister Klaus Kaufmann, ebenso: „Wenn wir uns dem nicht stellen, ist der digitale Zug abgefahren, bevor wir in Merklingen unseren eigenen Bahnhof haben.“

Digitalisierung soll keine Worthülse bleiben, sondern in den Orten, nämlich in den Lebensbereichen der Menschen, erlebbar sein. Dazu habe der Verband vieles im Fokus, was es regional zu digitalisieren und digital zu vernetzen gilt. Kernpunkte sind die Wirtschaft mit dem Handel, E-Mobilität, Verwaltung und Kultur. Aber auch den Tourismus habe man im Blick, sagt der Verbandsvorsitzende.  Letztlich gehen viele Bereiche ineinander über. In der E-Mobilität etwa, gehe es nicht nur darum, Ladestationen in den Kommunen  anzubieten, sondern die gehörten ebenso auf den Park&Ride-Platz am Bahnhof. Auch der öffentliche Nahverkehr werde berücksichtigt und der Tourismus. „Der Zug bringt ja nicht nur unsere Menschen nach Ulm und Stuttgart, sondern auch Leute zu uns“, sagt Kaufmann. Digitale Tafeln, die auf touristische Attraktionen, etwa das Biosphärengebiet, hinweisen, werden als Beispiel genannt.

Ein wesentlicher Faktor werde es sein, überall Internetempfang, also auch Hotspots in öffentlichen Bereichen, zu bieten. „Die Welt verändert sich rasant. Wir Kommunen und Verbände sind gezwungen, Angebote zu schaffen, sonst werden wir Probleme bekommen“, sagt Kaufmann.

Die erste Hürde hat der Verband bereits genommen: Seine Bewerbung beim Landeswettbewerb „Digitale Zukunftskommune@bw“ ist positiv beschieden worden. 45 000 Euro Fördersumme hat der Verband nun in Händen, um seine Digitalisierungsstrategie zu erarbeiten.

Leitlinien festlegen

Der „Anpfiff“, so Thomas Eppler, erfolgt am 28. September mit der „Zukunftskonferenz“ in der Merklinger Gemeindehalle. Ein Gedankenaustausch mit Akteuren aus Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung und Politik, mit Jugendlichen und Kulturtreibenden soll stattfinden. Teilnehmen kann jeder Interessierte von der Laichinger Alb und dem Oberen Filstal, es soll schließlich eine ganzheitliche Strategie werden. In Workshops wird dann gearbeitet. Als Moderator steht  ein Mitarbeiter der Gt-Service Dienstleistungs GmbH des baden-württembergischen Gemeindetags bei Konferenz zur Seite. Gemeinsam mit der Gt werden daraufhin die Leitlinien für den digitalen Wandel in der Region festgelegt. „Wir wollen den Zug auf die Digitalisierungsgleise setzen“, sagt Geschäftsführer Eppler.

Interessierte Bürger sind willkommen

Anmeldung Interessierte können sich für die Konferenz am 28. September anmelden unter Tel. (07333) 85 11 oder per E-Mail unter der Adresse kfrattigiani@laichingen.de. Die Zukunftskonferenz startet am Freitag, 28. September, um 17 Uhr in der Gemeindehalle Merklingen.

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