Landwirtschaft Mit Schwimmdecke gegen Gestank

Der umstrittene Schweinestall von Landwirt Wilhelm Schmid. Dieser hat jetzt Maßnahmen zur Geruchsreduzierung eingeleitet.
Der umstrittene Schweinestall von Landwirt Wilhelm Schmid. Dieser hat jetzt Maßnahmen zur Geruchsreduzierung eingeleitet. © Foto: sgk
Laichingen / mp 18.05.2018

Nach den Messungen durch das Landratsamt Alb-Donau steht fest: Die Emissionen, die von einem Schweinehaltungsbetrieb nahe Laichingen ausgehen, bewegen sich im gesetzlichen Rahmen, sind also zulässig. Um die Situation zu entschärfen, hat der Landwirt trotzdem tief in die Tasche gegriffen, um eine deutliche Reduzierung der Emissionen zu bewirken.  Für insgesamt 56 000 Euro hat er Schwimmkörper für die beiden offenen Güllebehälter und eine neue Technik zur Gülleausbringung (Schleppschuhtechnik) angeschafft. Damit wird die Gülle zielgenauer in den Boden eingebracht. Mit den Maßnahmen, so das Landratsamt, werde eine Reduzierung der Gesamt­imsissionen um 14 Prozent erreicht. Die Schwimmdecken an den Güllebehältern sorgen dafür, dass der Gestank daraus um bis zu 98 Prozent gesenkt wird, wie Landwirt Wilhelm Schmid betont. Schmid weiter: „Ich hoffe stark, dass der Geruch jetzt zurückgeht.“ Sowohl Schwimmdecken als auch die neue Technik zur Gülleausbringung sollen im Lauf der Woche montiert sein.

Geruchsbelästigungen nicht hinnehmbar

Ins Rollen gebracht hat die Angelegenheit der ehemalige CDU-Stadtrat Kurt Wörner, der  wie viele andere im Wohngebiet „Vor Westerlau“ 700 Meter Luftlinie von dem landwirtschaftlichen Betrieb entfernt lebt.  Damals hatten 100 Anwohner eine Beschwerde unterzeichnet, dass die Geruchsbelästigungen durch den Betrieb nicht hinnehmbar seien. „Das hat teilweise so massiv gestunken, dass man meinte, man steht in der Gülle“, schildert Wörner seine damaligen Eindrücke. Das Landratsamt konnte eine unrechtmässige Belästigung nicht nachweisen (siehe Einblocker). Nach der Rechtslage „sind für Wohngebiete Geruchsimmissionen  von maximal zehn Prozent der Jahresstunden zulässig.“ Das heißt, Bewohner müssen es hinnehmen, wenn sie bis zu knapp zweieinhalb Stunden pro Tag Gerüche wahrnehmen. Weiter heißt es in einer Erklärung der Behörde: „Man verkenne nicht, dass auch diese Stunden für die Betroffenen unangenehm seien.“

Nach den Worten von Wörner sind die Geruchsbelästigungen neuerdings deutlich geringer geworden. Wohl auch wegen der Wintermonate, in denen keine so starken Winde auftreten wie in den Sommermonaten. Aber auch sonst hat Wörner das Gefühl, dass sich „der Zustand gebessert hat“. Wörner will noch abwarten, ob sich die Belästigungen dauerhaft verringern. Wenn ja, will er auf den Landwirt zugehen und ihm dies auch mitteilen.

Der Stall von Landwirt Wilhelm Schmid

Regelung Im Stall des Landwirts Wilhelm Schmid sind nach einigen Erweiterungen 1500 Tiere untergebracht. Seitdem gibt es Probleme mit Anwohnern wegen Geruchsbelästigungen. Maßnahmen sind erst bei einer erheblichen Geruchsbelästigung notwendig. Die ergibt sich daraus, wie lang die Belästigung dauert. In Wohngebieten dürfen im Schnitt 2,4 Stunden pro Tag nicht überschritten werden. Dieses GIRL-Modell ist Basis für Gerichte. Die Verbindlichkeit dieses Modells soll laut Landratsamt verstärkt werden.