Nahverkehr Mit Linie 589 in Langenau unterwegs

Die ersten Fahrten waren schon gut ausgebucht: Bürgermeister Daniel Salemi hat mit einer Reihe von Langenauern den Betrieb des Naubusses eröffnet.
Die ersten Fahrten waren schon gut ausgebucht: Bürgermeister Daniel Salemi hat mit einer Reihe von Langenauern den Betrieb des Naubusses eröffnet. © Foto: Roland Schütter
Langenau / Roland Schütter 03.12.2018

Viele Jahre hat die Bevölkerung auf ihn gewartet. Nun ging er am Samstag am Bahnhofsplatz an den Start: Der nauBus, wie der neue 190 PS starke Stadtbus für Langenau heißt. „Mit ihm erleichtern wir es, innerstädtische Ziele auf einer West-Ost-Achse von vier sowie in Nord-Süd-Richtung von drei Kilometern viel schneller, komfortabel und günstig zu erreichen“, erklärte Bürgermeister Daniel Salemi vor 25 Interessierten.

Punkt 10.37 Uhr startete Chauffeur Maximilian Pitz den Mercedes-Sprinter und kutschierte seine ersten Gäste auf der Jungfernfahrt der Linie 589 durch die Stadt. Das Fahrzeug hat eine mittlere Größe, damit er auch die Haltestellen in den engen Straßen der Wohngebiete verkehrstechnisch bedienen kann, berichtete Horst Bottenschein vom Betreiber SVL Stadtverkehr Laupheim GmbH, die die Ausschreibung für den Betrieb der Strecke gegen vier Mietbieter gewonnen hatte.

Das 130 000 Euro teure neue Spezialfahrzeug bietet einen Niederflureinstieg sowie Platz für 15 Fahrgäste und hat vier Klappsitze. Bottenschein: „Es kann bis zu zwei Rollstuhlfahrer transportieren und ist die kommenden fünf Jahre in Langenau stationiert.“ Für Bürgermeister Salemi und den Gemeinderat war es wichtig, Wohngebiete, Läden, Arztpraxen, innerstädtische Ziele sowie den Friedhof miteinander zu verbinden. Längstens fünf Minuten Gehzeit und maximal 300 Meter Distanz benötigen die Bürger zu einer Bushaltestelle.

Anbindung des Gewerbegebiets

Das auf dem Bus angebrachte, mehrfarbige vierblättrige Kleeblatt steht für drei Linien, die nacheinander angefahren werden, sodass ein Umsteigen unnötig wird. Das vierte Blatt, ein grünes, symbolisiert die neue Linie. 220 000 Euro hat die Stadt für dieses ÖPNV-Projekt im ersten Jahr budgetiert, die sich noch durch Zuschüsse des Landkreises sowie die verkauften Fahrscheine reduzieren. Die Planer rechnen mit durchschnittlich zwei Fahrgästen je knapp 20-minütiger Fahrt, das sind etwa 100 Benutzer pro Tag.

Für den Verkehrsplaner Ulrich Grosse (Tübingen) zeichnet sich bereits ein Erfolg ab. „Das ist ein schönes Projekt, die Linienführung ist durchdacht, die Vernetzung mit anderen Verkehrsmitteln des DING prima und der Tarif mit einem Euro Fahrpreis für eine Einzelfahrt günstig.“ Da bisher die Regionalbusse nur im Zwei-Stunden-Takt die Stadt an der Nau (Linie Ulm-Heidenheim) anfuhren, werde das Angebot nun massiv ausgeweitet. Für den Verkehrsplaner wäre jetzt noch die Anbindung des Gewerbegebietes an der A7 wichtig, weil dort fast 1000 Beschäftigte tätig sind, die dieses Gebiet bisher nur schwer erreichen. Grosse: „Wir überlegen derzeit mit der IHK eine Lösung.“

Salemi dankte dem Verkehrsplaner Ulrich Grosse für die Ideen im Projekt, dazu habe Florian Weixler vom Landratsamt bei allen komplizierten Fragen der Genehmigung und Ausschreibung unterstützt. Auch Nadine Maier, die städtische ÖPNV-Beauftragte, brachte sich hochmotiviert ein, und Markus Zimmermann (Donau-Iller-Nahverkehrsgesellschaft) kümmerte sich federführend um die Fahrpläne. Nun haben die Langenauer den ganzen Monat Dezember Zeit, kostenlos die neue innerörtliche Busverbindung zu testen.

Bequeme Verbindung, vom Bürgermeister im Vorfeld getestet

Stimmen Silvia Schaffranek fuhr mit ihrem Sohn Noah (3) eine erweiterte „Ehrenrunde“ mit: „Wenn man kein zweites Auto hat, ist die Linie total praktisch, um von Zuhause zum Einkaufsort zu gelangen.“ Ein zweites Mal fuhr auch Mathilde Maier mit ihrer Enkelin Leonie (2), weil es dieser Spaß machte: „Ich komme jetzt schneller zum Bahnhof. Der Bus ist bequem.“

Anekdote Bürgermeister Daniel Salemi und Nadine Maier, bei der Stadt für ÖPNV zuständig: Die Beiden haben kürzlich die Soll-Fahrzeiten unter Realbedingungen mit einem Ford Transit vom Bauhof als Mitfahrer getestet. Als dessen Fahrer zu einem Feuerwehr-Einsatz gerufen wurde, steuerte Salemi kurzerhand den Kleinbus selbst zum Ziel.

Klinik Der Bus fährt das Gesundheitszentrum bei der Tiefgarage an, damit die Busbenutzer dort behindertengerecht direkt zum Aufzug in der Klinik kommen.

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