Hörvelsingen Infrastruktur: Mit Herzblut für den Dorfladen

Hörvelsingen / Barbara Hinzpeter 20.04.2018
Der Dorfladen Hörvelsingen hat doppelten Grund zum Feiern – seinen zehnten Geburtstag und das bisher beste Jahresergebnis.

Er hat viele magere Jahre hinter sich, aber immer auch Menschen, die an ihn glauben und sich für ihn einsetzen ­– mit viel Hartnäckigkeit und Herzblut. Das zahlt sich jetzt aus. Die Verantwortlichen des Dorfladens Hörvelsingen verkündeten bei der jüngsten Generalversammlung das beste Ergebnis seit Bestehen, nämlich einen Gewinn von 3272 Euro.

Zu verdanken sei der Überschuss in erster Linie den Sonderaktionen wie den Markttagen, dem Christbaumverkauf und dem Getränkeausschank bei der Dorfweihnacht, betonte Aufsichtsratsvorsitzender Georg Unseld. Dafür haben sich die Ehrenamtlichen aus Aufsichtsrat, Vorstand und viele weitere freiwillige Helfer mächtig ins Zeug gelegt, was laut Unseld vor allem auch die Dorfgemeinschaft stärke. Wie der Laden selbst, der nicht nur der Nahversorgung diene, sondern darüber hinaus eine soziale Funktion erfülle. In den vergangenen zehn Jahren seien auch „anfangs skeptische Mitbürger zu Kunden und Mithelfern“ geworden.

„Segen für den Ort“

Der Umbau der alten Schule war nämlich zunächst nicht bei allen Hörvelsingern gut angekommen. „Aber die Gräben sind heute geschlossen“, sagte Ortsvorsteherin Martina Röscheisen. Sie bezeichnete den Dorfladen als „Segen für diesen Ort“. Dass den Initiatoren, darunter dem ehemaligen Ortsvorsteher Helmut Egl, ein langer Atem abverlangt wurde, machte eine kleine Rückschau deutlich: Auf anfänglich „riesengroße Begeisterung“ im ersten Jahr folgte bereits im zweiten die Ernüchterung. Schon bald titelte die SÜDWEST PRESSE: „Dorfladen in Gefahr“ und „Dorfladen droht das Aus“. Damit wollten sich die Hörvelsinger allerdings nicht abfinden. Unter anderem veranstalteten sie auf Anregung der Landfrauen 2010 ein Dorffest zugunsten des Ladens.  Durch einen städtischen Zuschuss von 9000 Euro konnte die Talfahrt 2014 weiter gebremst werden, und den ersten echten, aber kleinen Gewinn erwirtschaftete der Laden 2016 in Höhe von 811 Euro. Angestrebt worden war auch 2017 mindestens die schwarze Null. Auf das Ergebnis mit dem deutlichen  Überschuss „sind wir stolz“, sagte Vorsitzender Karl Pfeffer. Bei den rein ehrenamtlich auf die Beine gestellten Sonderaktionen, darunter sechs Markttagen, flossen 12.000 Euro Umsatz in die Kasse.

Erfreulich sei auch, dass die Genossenschaft fünf neue Mitstreiter gewonnen habe. Derzeit gehören ihr 168 Mitglieder mit 255 Geschäftsanteilen an. Auch dieses Jahr sollen der Umsatz weiter gesteigert und in naher Zukunft die Verluste aus den Vorjahren ausgeglichen werden. Pfeffer sieht angesichts der 240 Haushalte und etwa 700 Einwohner am Ort „noch viel Einkaufspotenzial brachliegen“. Ziel sollte seiner Meinung nach ein Umsatz von 250.000 Euro sein, was angesichts von 240 Haushalten und rund 700 Einwohnern am Ort nicht unrealistisch sei.

Markttag jeden Monat

Noch mehr Einkäufe würden auch dazu führen, dass nicht jede anstehende Reparatur den Verantwortlichen die Schweißperlen auf die Stirn treibe, sagte Britt Märkle vom Vorstand. „Unser Dorfladen ist und bleibt uns eine Herzensangelegenheit“, sagte sie und kündigte ein großes Fest zum zehnjährigen Bestehen und weitere Aktionen an. So soll versucht werden, jeden Monat einen Markttag zu veranstalten. Die Aufsichtsräte Georg Unseld und Wolfgang Toelg, deren Amtszeit am Tag der Generalversammlung endete, wurden für weitere drei Jahre ins Gremium gewählt.

Sonderaktionen und Geburtstagsfest

Veranstaltungen Am kommenden Samstag, 21. April, richten die Hörvelsinger den ersten Markttag in diesem Jahr aus – unter anderem mit Gemüse, Gebäck, Käse, Blümchen und Setzlingen. Das große Sommerfest zum zehnjährigen Bestehen steigt am   16. Juni unter Mitwirkung von örtlichen Vereinen, Chören, Kirche und Kindergarten, was laut Britt Märkle einmal mehr die „tolle Dorfgemeinschaft“ unter Beweis stellt.

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