Loris Knigge hat sich wieder aus Ghana gemeldet: Der 18-Jährige aus Nellingen betreut und unterrichtet für ein Jahr in der Hauptstadt Accra Waisenkinder im Christ Faith Foster Home (wir berichteten). Knigge möchte später einmal Lehrer werden. Deshalb kommt es ihm gelegen, dass er in  der am Waisenhaus angegliederten Schule arbeiten darf. Die Hälfte der Zeit ist schon vorbei und „es ging rückblickend  viel schneller, als ich es mir zu Beginn vorgestellt habe“,  schreibt er in seinem E-Tagebuch.

Nach den Ferien startete die Schule wie gewöhnlich mit etwas Verzögerung, da viele Schüler erst eine Woche später in den Unterricht kamen, um den anstehenden Arbeiten, wie das Putzen der Klassenzimmer, zu entgehen. Außerdem verließen drei Lehrer die Schule und vier neue wurden eingestellt. Für den Nellinger bedeutet dies, dass er zwei neue Mathelehrer beim Unterrichten und Korrigieren unterstützt und etwas mehr Unterrichtsstunden hat, weil der Stundenplan durch die vielen Änderungen komplett umstrukturiert werden musste.

Vor Kurzem ging für Loris Knigge das Zwischenseminar seines Freiwilligendienstes zu Ende. Deshalb verbrachte er ein Wochenende mit anderen Freiwilligen in dem Fischerdorf Busua, um mit dem deutschen Mentor die erste Hälfte des Einsatzes zu reflektieren. Man sprach über Unterschiede in den beiden Kulturen, wobei natürlich Dinge wie Pünktlichkeit und Struktur am offensichtlichsten sind. Allerdings fiel auch auf, dass es hier als Zeichen der Zuneigung gilt, wenn man eine Person nicht direkt nach dem Wohlbefinden fragt, sondern sich einfach erkundigt, ob man schon etwas zu essen hatte.  Außerdem wurden sowohl positive, als auch negative Erlebnisse besprochen. Loris Knigge: „Mir half es, mit anderen über meine Erfahrungen zu sprechen.“