Gesellschaft Mit dem Schulbus in Ehingen gestrandet

 Daniel Viehmann mit Bus in Ehingen.
Daniel Viehmann mit Bus in Ehingen. © Foto: Anne Hagenmeyer
Ehingen / Anne Hagenmeyer 01.09.2018

Ein gelber US-Schulbus auf dem Ehinger Festplatz, hinter geschlossenen Türen ist eine Säge zu hören, die Silhouette eines Menschen zu erkennen: Wer ist das und was macht er da?

In einem Fenster, das sich ganz amerikanisch von unten nach oben aufschiebt, erscheint ein mit Sägemehl gestäubter Kopf: Daniel Viehmann, 40 Jahre und von Beruf nicht Busfahrer, sondern Gitarrenbauer. Der Bus ist seine Wohnung und seine Werkstatt. Nur neulich in Ehingen, da haperte es ein wenig mit der Mobilität – Getriebeschaden!

Viehmann musste auf ein Ersatzteil aus den USA warten, das er gemeinsam mit einem Monteur in einer Werkstatt in Ingerkingen einbauen konnte – vermutlich zumindest, denn der Bus ist mittlerweile wieder verschwunden.

Das mit den Ersatzteilen sei eben nicht so einfach, sagt der Gitarrenbauer bei der Begegnung auf dem Festplatz; den Bus wollte er trotzdem, damit seine Werkstatt ins Auge fällt. Vor fünfeinhalb Jahren hat er ihn aus den USA importieren lassen, er passte gerade in einen Schiffscontainer. Seitdem ist Viehmann „on the road“, zuerst in Spanien und dieses Jahr in Deutschland. Gestartet ist er von seiner Heimatgemeinde in Gevelsberg in Nordrhein-Westfalen nach Nordosten, dann nach Berlin und nun Schwaben. Gestrandet auf dem Festplatz: für Daniel Viehmann kein Problem. Es gibt Strom, Wasser – der Gitarrenbauer kann arbeiten und Zuhause ist er auch. Im Bus.

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