Treffen Zähringen: Mit dem Oldtimer zum Wiesleshock

Zähringen / Diana Prutzer 13.08.2018
Mit 870 Liebhaber-Fahrzeugen verzeichnen die Veranstalter in dem Dorf bei Altheim/Alb einen neuen Rekord.

So beschaulich es in Zähringen zugeht – einmal im Jahr herrscht in dem zu Altheim gehörende Dorf Ausnahmezustand. Für viele Oldtimer-Eigentümer und Liebhaber hat der Wiesleshock des Vereins junger Männer Zähringen einen festen Platz im Kalender. Am vergangenen Sonntag kamen knapp 3000 Besucher und zählten die Oldtimerfreunde Altheim 870 teilnehmende Fahrzeuge. So viele wie noch nie.

Teilnehmer aus Baden-Württemberg und Bayern

„Zähringen scheint ein neuer Mittelpunkt für die Oldtimer-Szene geworden zu sein“, sagte Armin Allgaier von den Oldtimerfreunden Altheim über den neuen Rekord. „Die Teilnehmer kamen nicht nur aus der Region, sondern auch aus Schwäbisch Hall, Kempten oder Stuttgart.“

Schon am späten Vormittag war am Sonntag die 500er-Marke überschritten worden. Auch Hermann Seybold aus Beimerstetten war auf die Festwiese eingebogen. Mit seinem Ford Model T aus dem Jahr 1911, bekannt als „Tin Lizzy“, gehört er zu den Stammgästen in Zähringen.

Doch auch von weiter weg hatte man sich zum Wiesleshock aufgemacht. Zum Beispiel Dieter Faas aus der Nähe von Göppingen mit seinem 58 Jahre alten Mercedes 220 SE Cabrio. Der weiße Oldtimer, von dem es in Deutschland nur noch etwas mehr als 100 Exemplare gebe, fand auch in Zähringen viele Bewunderer. Seit zehn Jahren besitzt Faas das Fahrzeug, hat es selbst restauriert und ist häufig zu Treffen unterwegs. „Vor drei Jahren haben wir mit ihm sogar den ersten Preis in Ludwigsburg gewonnen, das war in der Klasse offene Nachkriegsautos“, erzählte Faas.

Das schicke Cabrio mit dem holzgetäfelten Innenraum, den Faas mit einem Sonnenschirm vor Bestrahlung schützte, ist nicht der erste Oldtimer in seinem Besitz. „Ein Mercedes Benz 190 SL war mein allererster. Danach kam unter anderem auch die Gangsterlimousine von Citroën dazu, der 11 CV“. Schon seit Jugendzeiten fröne er seinem Hobby, sagte Faas: „Wahrscheinlich liegt mir die Liebe zu Oldtimern im Blut.“ Durch die vielen Treffen habe er einen großen Bekanntenkreis Gleichgesinnter gewonnen.

Mini aus Italien

Mindestens eine Nummer kleiner sind Hans-Jörg Martin aus Blaustein und seine Frau unterwegs. Sie im Mini Cooper, stilecht in British Racing Green, er im blauen Mini Cooper Innocenti. „Zwei scheinbar gleiche Autos und doch nicht gleich“, sagte Martin. Der Innocenti ist ein in Italien gebauter Mini und laut Fachpresse besser als das englische Original. Das italienische Modell lasse sich bequem fahren und biete entgegen dem äußerlichen Eindruck viel Beinfreiheit, schilderte der Besitzer. „Es ist ein Viersitzer mit viel Platz, und in seinem Kofferraum kann man immer noch eine Kiste Sprudel verstauen.“ Doch wie fast alle Oldtimer, die in Zähringen zu bestaunen waren, kommt der Innocenti im Alltag nicht mehr zum Einsatz.

Dazu gibt es ja die Oldtimer-Treffen: Sehen und gesehen werden, „Benzingespräche“ führen, in Erinnerungen schwelgen. Und das – zumindest in Zähringen – in zwangloser Atmosphäre und inmitten der schönen Alb-Landschaft. Fazit von Manfred Allgaier nach dem 27. Wiesleshock: „Es war ein überragendes Fest.“

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Chevy überfährt Verkehrsschild und bleibt stecken

Unfall Für einen Teilnehmer aus dem Kreis Heidenheim hat das Oldtimertreffen in Zähringen kein gutes Ende genommen. Nach Erkenntnissen der Polizei war der 62-Jährige am Sonntagabend mit seinem Oldtimer-Chevrolet zwischen Zähringen und Altheim von der Straße abgekommen. Das Auto überfuhr ein Verkehrsschild und blieb stecken. Wie Zeugen der Polizei mitteilten, wurde der Chevy mittels eines Traktors geborgen. Als die Polizei an Ort und Stelle eintraf, war der Autofahrer weg. Später trafen die Beamten den 62-Jährigen zu Hause an und stellten fest, dass der Mann „erkennbar betrunken“ war. Er musste mit zur Blutprobe und den Führerschein abgeben. Gegen ihn wird wegen Unfallflucht und mutmaßlicher Trunkenheit am Steuer ermittelt. Und: Der Schaden am Chevrolet beträgt etwa 7000 Euro.

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