Erbach Ministerium: Kein IRE-Halt in Erbach

THOMAS STEIBADLER 07.11.2013
In Erbach werden auch nach der Elektrifizierung keine schnellen IRE-Züge halten. Das teilt das baden-württembergische Verkehrsministerium mit.

Der Regionalverband Donau-Iller, der Alb-Donau-Kreis und die Stadt Erbach haben es immer wieder gefordert: Nach der Elekftrifizierung der Südbahn Ulm-Friedrichshafen-Lindau sollen in Erbach auch die schnellen Interregio-Express-Züge (IRE) halten. Schließlich ist Erbach der einzige Haltepunkt der Südbahn im Alb-Donau-Kreis. In den Planungen der Bahn spielt Erbach als IRE-Halt aber keine Rolle. Die durch die Elektrifizierung gewonnene Verkürzung der Fahrzeit würde aufgegeben, der angestrebte Taktverkehr wäre nicht zu realisieren. Zu dieser Einschätzung kommt jetzt auch das baden-württembergische Verkehrsministerium in einem Schreiben an den Ulmer Landtagsabgeordneten Martin Rivoir (SPD).

Durch die Elektrifizierung seien zwischen Ulm und Friedrichshafen Geschwindigkeiten von bis zu 160 Stundenkilometern und eine Fahrzeit von 61 Minuten und 42 Sekunden möglich. Diese Zeit schaffe der IRE aber nur mit höchstens sechs Aufenthalten (Laupheim-West, Biberach, Bad Schussenried, Aulendorf, Ravensburg, Meckenbeuren). Ein zusätzlicher Halt würde zwei Minuten kosten. Diese könnten nur durch noch höhere Geschwindigkeiten oder starke Verkürzung der Haltezeiten gewonnen werden. Laut einer Vorstudie zur geplanten Regio-S-Bahn würde ein IRE-Halt in Erbach auch zu längeren Fahrzeiten im Nahverkehr führen, was Fahrgäste vergraulen könnte. Minister Winfried Hermann (Grüne) kommt zum Schluss, dass die "Aufnahme eines zusätzlichen Systemhalts in Erbach leider nicht möglich" sei.

Das Ministerium stellt aber eine Verbesserung des Nahverkehrs in Aussicht, die den meisten Fahrgästen, die in Erbach ein- und aussteigen, zugute kommen würde: Zusätzlich zur stündlichen Regionalbahn könnte ein weiterer eingesetzt werden: "werktags zweistündlich mit Verdichtungen in der Hauptverkehrszeit zum Stundentakt". Ob ein solches Angebot finanzierbar ist, lässt Hermann allerdings offen.