Blaustein/Blaubeuren / ts/mp  Uhr

Vor 6000 Jahren wäre der Wolf vielleicht vertrieben worden, gestern war er höchst willkommen. Kein Wunder, hatte Justiz- und Europaminister Guido Wolf (CDU) doch einen Förderbescheid über 115.000 Euro dabei, als er im Blausteiner Rathaus Station machte. „Und da soll noch einer sagen, der Wolf sei lästig geworden“, scherzte der auch für den Tourismus zuständige Minister, nachdem er Bürgermeister Thomas Kayser die Förderurkunde überreicht hatte.

Der Landeszuschuss ist für den Aufbau des Steinzeitparks Ehrenstein bestimmt. Mit diesem auf 1,7 Millionen Euro veranschlagten Projekt wollen die Stadt Blaustein und der Förderverein „Steinzeitdorf Ehrenstein“ die Jungsteinzeit-Siedlung mit 70 Häusern und bis zu 350 Bewohnern „erlebbar und sichtbar machen“, sagte Bürgermeister Kayser. Seit 2001 gehört das in den Jahren 1952, 1960 und 2014 durch Grabungen erforschte Dorf zum Unesco-Welterbe „Prähistorische Pfahlbauten“. In etwa acht Jahren soll der Steinzeitpark fertig sein, Minister Wolf sprach gestern schon von einem „weiteren Markstein“ für den Tourismus im Land. Für Bürgermeister Kayser ist der Zuschuss erstens notwendig, denn ohne Förderung sei das Vorhaben nicht zu stemmen, und zweitens eine Anerkennung: „Das zeigt, das ganze Land Baden-Württemberg steht dahinter.“

Zuvor hatte Wolf in Blaubeuren an Bürgermeister Jörg Seibold ebenfalls eine Förderurkunde überreicht. Die 170.000 Euro sind für die Anlage von Themenwegen zu den Höhlen Geisenklösterle, Sirgenstein und Hohle Fels bestimmt. Das Vorhaben ist auf etwa 340.000 Euro veranschlagt. Bürgermeister Seibold bedankte sich beim Minister zum einen für die Förderung und dafür, dass Fundstücke wie die Venus in Blaubeuren ausgestellt werden können. Wolfs Kommentar: „Die Venus weiß, wo es schön ist.“