Heroldstatt Mieter können kaufen

Die Bauarbeiten in Breithülen in Augenschein genommen: Der Gemeinderat informiert sich vor Ort. Foto: Joachim Lenk
Die Bauarbeiten in Breithülen in Augenschein genommen: Der Gemeinderat informiert sich vor Ort. Foto: Joachim Lenk
JOACHIM LENK 19.06.2013
Zwei Stunden lang war der Gemeinderat in Heroldstatt unterwegs. Auf dem Programm standen die Adolf-Dietz-Straße in Ennabeuren, Breithülen und das Gemeinschaftsschuppengebiet Schießwinkel.

. Überall in Heroldstatt stehen derzeit die Bagger. An allen Enden und Ecken werden für viel Geld Kanäle saniert, neue Wasserrohre verlegt und die Straßen gerichtet. Am Montagabend machte sich der Gemeinderat vor Ort ein Bild über den Baufortschritt.

Erste Station war die Adolf-Dietz-Straße in Ennabeuren. An der Grund- und Werkrealschule beginnend werden bis einschließlich Einmündung Tauberweg derzeit rund 250 Meter der sechs Meter breiten Straße vollständig erneuert. Ebenso der 1,5 Meter breite Gehweg und alle Randeinfassungen. Im Zuge der Baumaßnahmen lässt die Gemeinde auf einer Länge von 125 Metern den schadhaften Mischwasserkanal durch neue Rohre ersetzen. Auch die Wasserleitung wird auf einer Länge von 185 Metern erneuert. Außerdem gibt es neue Wasserschächte und Hausanschlussleitungen. Die Kosten belaufen sich dort auf rund 400 000 Euro. Wenn alles nach Plan läuft, werden die Bauarbeiten im September abgeschlossen sein, informierte Bauleiter Ralf Schneider vom Ingenieurbüro Langenbach das Gremium.

Weiter ging es nach Breithülen. Dort ist die innere Erschließung der Neuen Siedlung inzwischen abgeschlossen. Derzeit läuft die Sanierung der gegenüberliegenden Hofsiedlung auf Hochtouren. Sämtliche Straßen werden auf einer Länge von rund 380 Metern erneuert. Die Erschließungsstraßen werden, wie bereits in der Neuen Siedlung, etwas weiter von den Wohnhäusern Richtung Norden versetzt, sodass die Anwohner mehr Platz vor ihrem Haus haben. Im Zuge der Bauarbeiten werden auch die Entwässerungsrohre, die Hausanschlüsse sowie die Wasserleitungen erneuert. Die Kosten für alles zusammen belaufen sich auf rund 950 000 Euro. In diesem Preis ist auch schon die neue Straßenbeleuchtung eingerechnet.

Die Entwässerung erfolgt in Zukunft über ein Trennsystem. Regenwasser und Schmutzwasser werden separat entsorgt, informierte Frank Ludwig vom Ingenieurbüro Pirker und Pfeiffer die Gemeinderäte. Wenn das Wetter keinen weiteren Strich durch die Rechnung macht, sollen die Arbeiten der ausführenden Baufirma Nille aus Westerheim Ende September abgeschlossen sein.

"Breithülen gewinnt an Lebensqualität. Ich habe noch keinen Bewohner getroffen, der nicht zufrieden ist", sagte Bürgermeister Ogger beim Rundgang durch die Wohnsiedlung mit derzeit 66 Einwohnern. Inzwischen hat die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) beschlossen, die unter Denkmalschutz stehenden Wohngebäude an die bisherigen Mieter zu verkaufen. Zu welchem Preis, das erfahren die Interessenten in den nächsten Tagen, informierte der Bürgermeister, der mit der BIMA in ständigem Kontakt ist.

Nach der Besichtigung Breithülens fuhren die Gemeinderäte weiter zum Gemeinschaftsschuppengebiet Schießwinkel, das sich im Heroldstatter Gemeindewald nicht weit entfernt vom Funkmasten befindet. Die Schuppen stehen dort seit den 1970er Jahren in zwei Reihen hintereinander gut geschützt durch hohe Bäume.

Laut Bürgermeister Ogger ist die Nachfrage nach weiteren Schuppen gestiegen. Rund 20 Bürger haben Interesse bekundet, weitere auf der kostenfrei von der Gemeinde bereitgestellten Fläche bauen zu wollen. Die Schuppen sollen laut Verwaltung nicht größer als fünf Meter breit und acht Meter tief sein.

Der Platz im Schießwinkel reicht für die gewünschte Anzahl aber nicht aus. Das zeigte sich bei dem Vor-Ort-Termin. Deshalb wurde eine weitere gemeindeeigene Fläche, südöstlich des Funkmastes, angeschaut. Bevor man sich aber weitere Gedanken darüber macht, wird jetzt erst einmal das Landratsamt mit ins Boot genommen, um im Vorfeld abzuklären, was wo möglich ist und was nicht. Die zuvor in Auge gefasste rund 5000 Quadratmeter große Fläche im Gewann Landsbühl zwischen Ennabeuren und Breithülen lehnten die Gemeinderäte bereits ab, da sich dieses Areal auf der freien Fläche befindet.