Wirtschaft Merklingen ist unter Vorbehalt für Einstieg in Online-Handel

So wie bei der Merklinger Gewebeschau könnten sich Betriebe aus dem Ort auch am lokalen Online-Marktplatz beteiligen, so er denn kommt.
So wie bei der Merklinger Gewebeschau könnten sich Betriebe aus dem Ort auch am lokalen Online-Marktplatz beteiligen, so er denn kommt. © Foto: Joachim Lenk
Merklingen / Joachim Lenk 20.07.2018

Laichinger Geschäftsleute prüfen derzeit den Einstieg in den Online-Handel. Den Anstoß dazu hat das Verbraucherschutzministerium in Stuttgart gegeben, das die örtlichen Händler und Handwerker gegenüber den Internetriesen stärken möchte. Dazu sollen sich die Firmen auf einer eigenen Plattform im World Wide Web vernetzen und präsentieren (wir berichteten). Das Motto lautet „Local first“ und wird, je nach Konzeption des lokalen Onlinemarktplatzes, mit rund 200 000 Euro bezuschusst. Der Fördersatz beträgt bis zu 80 Prozent der Projektkosten. Angesprochen sind Dienstleistungs- und Handwerksbetriebe sowie Behörden.

Die Laichinger haben jetzt in Merklingen angeklopft und nachgefragt, ob sie sich am „Ideenwettbewerb lokaler Online-Marktplatz“ im kommunalen Verband beteiligen möchten. In erster Linie nicht aus Nächstenliebe oder wegen der guten Nachbarschaft. Es geht ums liebe Geld. Nach zwei Jahren müssen die teilnehmenden Kommunen alle zwölf Monate zusammen rund 25 000 Euro aufbringen. Laut Bürgermeister Sven Kneipp, der das Projekt am Dienstagabend dem Merklinger Gemeinderat vorstellte, sind das für die Albgemeinde rund 3000 Euro. Bei diesem Rechenbeispiel geht Kneipp davon aus, dass sich in fünf teilnehmenden Kommunen mindestens 33 Firmen daran beteiligen.

Und was bringt der lokaler Online-Marktplatz der Bevölkerung? Kunden haben die Möglichkeit, „regionale Qualität“ zu bestellen, mit lokalem Bezug und bei gleichem Komfort wie bei Amazon und Ebay, so der Bürgermeister Kneipp.

Bislang hat sich, laut Kneipp, noch keine Gemeinde dazu geäußert. Im Laichinger Gemeinderat steht dieses Thema erst am kommenden Montag auf der Tagesordnung. Deshalb hat das Merklinger Gremium entschieden, nur dann mitzumachen, wenn sich die Nachbarstadt und mindestens zwei weitere Gemeinden auf der Laichinger Alb daran beteiligen. Die Zeit drängt. Bewerbungsschluss ist Ende des Monats. Nellingen hat inzwischen Interesse bekundet, Heroldstatt indes nicht, hat diese Zeitung in Erfahrung gebracht.

Auch wenn einige Merklinger Gemeinderäte skeptisch sind (Günter Frohring: „Viele Fragezeichen, was das kostet“, Brigitte Burghardt: „Das kommt fünf bis zehn Jahre zu spät.“), ist die Mehrheit im Gremium fürs Mitmachen unter der vorgegebenen Prämisse. Klaus Danzer sagte, dass man die regionale Wirtschaft stärken müsse. Die gleiche Meinung vertraten auch Markus Marth und Hans-Jürgen Betz. Rätin Marie-Luise Jakob: „Jetzt müssen nur noch die Betriebe mitmachen.“

Belebung des innerörtlichen Handels

Ideenwettbewerb  Das Verbrauchschutzministerium in Stuttgart hat einen Ideenwettbewerb für lokale Online-Marktplätze ausgeschrieben. Mit den Möglichkeiten der Digitalisierung sollen regionale Märkte und der innerörtliche Handel gestärkt werden. „Dadurch bleiben Städte und Gemeinden auch in Zukunft für ihre Bürger attraktiv“, sagt Minister Peter Hauk (CDU). Ziel des Ideenwettbewerbs sei die Belebung des innerörtlichen Handels durch einen lokalen Online-Marktplatz. Mit diesem können die Kunden  Bestellungen mit regionaler Qualität, einem lokalem Bezug und dem gleichem Komfort wie bei großen E-Commerce-Plattformen aufgeben. lejo

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