Soziales Mehr Hilfen, mehr Freizeitangebote

Dornstadt / Michael Seefelder 02.10.2018

Wo arbeiten und wohnen die Menschen mit Behinderung im Alb-Donau-Kreis? Welche Hilfen und Beratungsmöglichkeiten wünschen sie sich? Um diese und mehr Fragen ging es beim ersten Forum zur Regionalen Teilhabeplanung im Kultur- und Sporttreff Dornstadt, zu der die Fachdienststelle soziale Sicherung im Jobcenter Alb-Donau des Landratsamtes geladen hatte.

Der Hintergrund: Der Teilhabeplan, den der Kreis erstmals  2008 gemeinsam mit der Stadt Ulm erstellt hatte, wird demnächst fortgeschrieben. Er beinhaltet unter anderem Handlungsempfehlungen etwa zu Bereichen wie Mobilität und Selbstständigkeit. Die Angebote dazu sollen möglichst dezentral, wohnortnah und bedarfsgerecht sein.

Die Heilpädagogin Stefanie Mäckle hatte im Vorfeld des Forums in Dornstadt 1283 Menschen, die Leistungen im Zuge der Eingliederungshilfe vom Kreis bekommen, schriftlich befragt. 26 Prozent der Befragten haben den Bogen unter der Überschrift „Wo drückt der Schuh?“ ausgefüllt und zurückgeschickt. Die Ergebnisse stellte Mäckle beim Forum den anwesenden Menschen mit Behinderung, Angehörigen und Vertretern verschiedener Institutionen vor. Das Fazit: Die Menschen, die an dem Interview teilgenommen haben, fühlen sich mehrheitlich in ihrer Umgebung sehr wohl oder wohl. Ein großer Teil lebt bei der Familie und arbeitet in speziellen Werkstätten. Die Befragten wünschen sich mehr Teilhabe, Freizeitangebote und Unterstützung im Freizeitbereich.

Es gab auch kritische Anmerkungen: Menschen, die in Werkstätten tätig seien, hätten kaum eine Chance auf dem ersten Arbeitsmarkt, sagte ein Zuhörer. Sie bekämen ein Taschengeld, die Träger machten Gewinn mit der Arbeit dieser Menschen. Sozialdezernent Josef Barabeisch sagte, dass heutzutage zumindest Sozialversicherungsbeiträge bezahlt würden. Es werde auch immer Menschen geben, die keine Chance auf dem ersten Arbeitsmarkt hätten.

Angela Rubens, Leiterin der Kontaktstelle Selbsthilfe Körperbehinderter Ulm/Alb-Donau-Kreis, bemängelte, dass die Menschen mit Behinderung, die nicht in einer Einrichtung lebten, oft vergessen würden. „Ich weiß, wie sie kämpfen, aber sie werden nicht wahrgenommen.“

Zum Schluss konnten sich die Besucher an Thementischen über die Angebote im Alb-Donau-Kreis in den Bereichen Wohnen, Arbeit sowie Freizeit- und Kultur informieren und diskutieren. Weitere solcher Foren sind im Alb-Donau-Kreis in nächster Zeit geplant.

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