Nostalgie Manche poliert, andere mit Patina

Asch / Eva Menner 11.09.2018

Oldtimer-Traktoren und alte Unimogs so weit das Auge blickt: Staunen, Schauen und Fachsimpeln unter strahlend blauem Himmel war am Sonntag  in Asch angesagt. Mehr als 350 Fahrzeuge und stationäre Maschinen waren beim  elften Schleppertreffen in Asch zu besichtigen. Das Tuckern und Dröhnen, Fauchen und Schnaufen zog das Publikum magisch an, Menschentrauben bildeten sich rund um die Verursacher des Lärms.

Manche Fahrzeuge und Maschinen waren fein herausgeputzt, strahlten und glänzten frisch poliert um die Wette. An anderen hat sichtbar der Zahn der Zeit genagt und man sieht ihnen die Jahre an, die sie treu gedient haben. Bis aus Heidenheim, Memmingen oder Esslingen waren die stolzen Oldtimer-Besitzer angereist, viele davon schon am Freitag oder Samstag. Denn so ein Treffen wird auch gern zum Erfahrungsaustausch genutzt, zum Beispiel darüber, wo es passende Ersatzteile gibt.

Wenn möglich, waren die Teilnehmer mit ihren Fahrzeugen auf eigener Achse angereist, denn das ist ein bisschen Ehrensache.  Ältestes Gefährt war ein Lanz-Bulldog, Baujahr 1923 oder 1924. Mit großem Aufgebot angetuckert kamen die „Schlepper-Buaba und Schlepper-Madla aus Seißa“. Etwas Besonderes ist die Hanomag-Zugmaschine von Heinz Marx aus Kusterdingen, denn mit dem Gefährt aus dem Jahr 1949 darf er sogar auf der Autobahn fahren. „Wegen uns kam schon öfter mal im Radio die Warnung vor einem Traktor auf der Autobahn“, erzählt Marx’ Ehefrau. Da kommt dann die Polizei und kontrolliert. Die Marxens haben aber die richtigen Papiere, wenn dazu auch etliche Gutachten, der Einbau eines neuen Motors und diverse Untersuchungen nötig waren. Nächste Woche geht die Fahrt nach Südtirol, mal sehen, wie viele Kontrollen es auf der Strecke bis dahin gibt.

Reinhold Schnetzer von den Schlepperfreunden Asch erzählt, dass das Treffen allmählich an organisatorische Grenzen stößt. „Unsere Helfer werden immer älter, der älteste ist achtzig Jahr alt, und wir bekommen immer mehr Teilnehmer. Deshalb hat Schnetzer das Baujahr herabgesetzt, Baujahr 1965 und älter müssen die Fahrzeuge sein. Es gibt aber auch Ausnahmen. „Junge Oldtimer-Fans können sich noch keine ganz alte Maschinen leisten, da machen wir schon eine Ausnahme“, erklärt er.

Lanz als Geldanlage

Schnetzer selbst ist mit zwei Lanz-Bulldogs vertreten, einem eisenbereiften, Baujahr 1938, und einem aus dem Jahr 1939, den er sich erst vor sechs Wochen zugelegt hat. Die Investition sieht er angesichts der Niedrigzinsphase auch als Geldanlage. Schnetzer ist niemand, der seine Oldtimer neu lackiert und auf Hochglanz poliert. Wenn der Laie auch  alte Traktoren, die wie neu aussehen, bewundert, so zähle für Experten mehr die „Patina“.

Schlepperfreunde und Ascher Vereine

Helfer Organisiert hatten das Oldtimertreffen die Schlepperfreunde Asch, kein Verein, sondern eine Gemeinschaft von Gleichgesinnten. Seit 1998 veranstaltet die Gruppe das im zweijährigen Rhythmus stattfindende Treffen. Unterstützt wird sie vom Männergesangverein Asch, der diesmal offizieller Träger der Veranstaltung war, und vom örtlichen Musikverein, der die Bewirtung übernahm.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel