Frucht Erdbeeren vom Hof Mall in die Region

Schwörzkirch / Von Pia Reiser 14.06.2018
Der Erdbeerhof Mall versorgt viele der Erdbeerhäuschen mit den süßen Früchten. Während der Saison gibt es verschiedene Sorten.

Der Heißhunger auf Erdbeeren, in jedem Frühjahr kommt er pünktlich wieder. Von ihm ist auch Florian Mall vom Erdbeerhof Mall am Anfang der Saison nicht verschont. Der 38-Jährige isst jeden Tag Erdbeeren, schon von Berufs wegen: er prüft den Geschmack und die Qualität seiner Ware.

Mehrere Tonnen von den süßen Früchten werden in der Hauptsaison auf den Feldern des Erdbeerhofs rund um Schwörzkirch bei Allmendingen  täglich geerntet und  auf Märkten und in 14 Ständen in der Region verkauft.

„Diese Erdbeer-Saison ist etwas schwierig“, sagt Florian Mall. Normalerweise würden die verschiedenen Sorten nacheinander reifen. Doch in diesem Jahr waren wegen des ungewöhnlich warmen Frühjahrs viele auf einmal bereit zum Ernten. „Wir hatten eine riesige Spitze, das konnten wir alles gar nicht ernten.“ Außerdem vertragen die Erdbeeren das schwülwarme Wetter nicht gut, erklärt er. Die Erdbeeren fangen dann leicht an zu schimmeln.

Um für mehrere Wetter-Szenarien gerüstet zu sein, setzt Florian Mall nicht nur auf einen Typ Erdbeere, sondern baut sechs oder sieben verschiedene Sorten pro Jahr an. Die „Clery“ etwa, eine italienische Sorte, gehört zu den Erdbeeren, die früh reif werden. „Sie ist gut im Geschmack und wächst gut im süddeutschen Klima“, erklärt er. Die „Malling centenary“, eine „optisch schöne Erdbeere“ wird etwas später reif, neige aber auch dazu, an Wurzelfäule zu erkranken. „Jede Sorte funktioniert eben anders.“

Neben Geschmack spielt für ihn auch die Haltbarkeit der Erdbeeren bei der Sortenauswahl eine Rolle: „Die Sorte, die am besten schmeckt, ist auch die anfälligste.“ Es gelte den schmalen Grat zu treffen zwischen Robustheit und gutem Geschmack. Ehefrau Simone Mall mag besonders gern die „Malwina“, eine dunkle Erdbeere, die spät reif wird. „Aus denen wird die Marmelade am besten.“

Marmelade aus eigenen Erdbeeren verkaufen die Malls in ihrem kleinen Hofladen, in dem Simone Mall oft anzutreffen ist. Die Marmelade – oder das Gsälz – produziert das Kloster Untermarchtal, aus Ringingen kommt das Erdbeer-Eis. Außerdem werden Spargel, Erdbeer-Sekt, Mehl, Honig und Kartoffeln angeboten. Der Hofladen hat während der Saison und auch sonntags geöffnet. Für jene, die nicht genug bekommen, gibt es seit vergangenem Spätsommer außerdem einen Automaten, in dem späte Erdbeeren verkauft werden.

Der Erdbeerhof Mall ist ein Familienbetrieb. Die Großeltern von Florian Mall hatten vor rund 50 Jahren damit begonnen, einige Erdbeeren anzubauen, zu pflücken und zu verkaufen. Später kam auch ein Selbstpflückerfeld hinzu. Heute bauen die Malls auf rund zwölf Hektar Erdbeeren an, außerdem Spargel, Himbeeren und Getreide. Auch ein Selbstpflückerfeld bei Schwörzkirch gibt es, auf dem gerade die „Clery“ wächst. Rund 40 Saisonarbeiter aus Polen helfen während der Hauptsaison bei der Ernte. Auf das ganze Jahr verteilt sind es bis zu 80 Menschen, die für den Erdbeerhof arbeiten.

Los mit dem Erdbeer- und Spargelanbau geht es bereits Anfang Februar, erzählt Florian Mall. „Die ersten Saisonarbeiter bereiten dann die Folienhäuser vor, pflanzen die Erdbeeren, verteilen Vlies auf den Feldern.“

Rund zwölf Prozent von Malls Erdbeeren wachsen unter Folien, eine frühe Ernte ist so schon im April möglich, eine späte bis Ende Oktober. „Der geschützte Anbau ist im Kommen“, erzählt der Landwirt. Denn so sei man  besser gerüstet für die immer häufigeren Wetterextreme und verliere bei Hagel oder Starkregen nicht so viel der Ernte.

Natürlich stehe dann viel Plastik auf den Feldern, sagt Florian Mall. Aber unter Folie könne er den Pflanzenschutz-Einsatz halbieren oder Nützlinge wie Raubmilben gegen Schädlinge wie die Spinnmilbe einsetzen. „Ich bin offen dafür, auf solche Alternativen umzusteigen. Wenn es funktioniert – wieso nicht?“, meint Mall.

Wenn die Erdbeerhäuschen Ende Juli langsam aus dem Straßenbild verschwinden, verkaufen die Malls die späten Erdbeeren auch auf dem Großmarkt in Stuttgart. Im August steht die Getreidernte an, im Herbst haben die Malls Zeit, sich etwas zu sortieren: „Während der Saison bleibt viel liegen.“ Etwas ruhiger wird es für die Familie im Dezember und Januar. Und dann geht es wieder los – die erste Lust auf neue Erdbeeren macht sich bemerkbar.

Rezept von Simone Mall: Erdbeer-Tiramisu

Zutaten Löffelbiskuit; 200g Frischkäse; 60g Zucker; 1 Pk Vanillezucker; 2 EL Zitronensaft; 200 ml Sahne; 1 Pk Sahnefestiger; 500g Erdbeeren; 1-2 EL Puderzucker; Minzblätter

Zubereitung Frischkäse mit Zucker, Vanillezucker und 1 EL Zitronensaft glatt rühren. Sahne mit Festiger sehr steif schlagen und unter die Frischkäsecreme heben. Kalt stellen. Erdbeeren klein schneiden. 150g davon mit Puderzucker und dem restlichen Zitronensaft pürieren und durch ein Sieb streichen. Eine Form mit Löffelbiskuit auslegen, mit einem Teil der Creme bestreichen, einigen Erdbeeren belegen und etwas Püree darübergeben. Weiter so schichten, bis die Zutaten verbraucht sind, die letzte Lage besteht aus Erdbeeren und Püree. Mindestens 3 Stunden im Kühlschrank ziehen lassen, mit Minzblättern garnieren.

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