Soziales LWV

Werkstattleiter Daniel Punzmann erläutert beim Sommerfest bei zwei Führungen, was in der LWV-Werkstatt in Laichingen alles angefertigt wird.
Werkstattleiter Daniel Punzmann erläutert beim Sommerfest bei zwei Führungen, was in der LWV-Werkstatt in Laichingen alles angefertigt wird. © Foto: Sabine Graser-Kühnle
Laichingen / Sabine Graser-Kühnle 17.07.2018

Das Sommerfest in der Laichinger Zweigwerkstatt der LWV-Eingliederungshilfe war wie jedes Jahr gut besucht. Nicht nur, dass die dort beschäftigten behinderten Menschen ihren Angehörigen und Freunden mit vor Stolz glitzernden Augen ihren Arbeitsplatz vorstellen, vor allem ist das Sommerfest immer eine gute Gelegenheit, Zeit im gemütlichen Miteinander zu verbringen.

Nach einem dreiviertel Jahr Bauzeit haben die Werkstattleiter gemeinsam mit drei Beschäftigen aus der Metall- und Montagegruppe einen sehr durchdachten Grill gebaut, auf dem beim Sommerfest verführerisch knusprige Würste brutzelten. Der Grill war ein Novum beim jährlichen Fest. Er ist  brunnenartig aufgebaut aus mit Steinen gefüllten Drahtgeflechten und ausgestattet mit einem Schwenkgalgen, dem „Wuschd­galga“, wie er beschriftet ist. Der Grill soll im Winter, etwa mit einem Gulaschtopf, zum Einsatz kommen, führte Werkstattleiter Daniel Punzmann aus.

Musikernachwuchs spielt

Zur Musik des Nachwuchses des Laichinger Musikverein ließen sich die zahlreichen Gäste nicht nur das Grillgut, sondern auch die nicht minder leckeren Kuchen schmecken, gebacken von Mitgliedern des Fördervereins. Nicht nur die Geselligkeit lockte beim Sommerfest, sondern viele Gäste nahmen die Gelegenheit wahr und informeirten sich über die Werkstatt bei zwei Führungen.

In der  Zweigwerkstatt gibt es eine Metallwerkstatt, eine Elektromontage, die digitale Archivierung und die „Kunstfabrik“. In dieser basteln und werkeln die Beschäftigten der Werkstatt in ihren Ruhephasen während der Arbeitszeit allerlei Nützliches und Dekoratives. Die „Kunst“ verkaufen sie dann das Jahr über auf diversen Märkten in der Region. Die Führung durch die Metallwerkstatt bot interessante Einblicke. Dass in dieser Abteilung nicht nur Feinmotorik gefragt ist, sondern auch Präzision, erläuterte der Werktstattleiter an Beispielen. „Diesen Handschleifer zusammenzumontieren, ist echte Fummelarbeit, das kann mancher unserer Klienten besser als ich“, meinte Punzmann. Und dass es bei einem Auftrag zur Produktion von Metallhülsen auf Hundertstel Millimeter ankommt, erstaunte ebenso.

Kälbereimer anfertigen

Für Heiterkeit sorgte der jüngste Auftrag in der Werkstatt: Vier Löcher müssen in einen Kälbereimer aus Plastik zum bereits vorhandenen Loch, in welches der Saugzapfen eingeführt wird, gebohrt werden.  Auf der Führung begegneten die Gäste ebenso Maschinen mit Labels  namhafter örtlicher und regionaler Unternehmen. Das sind gesponserte CNC-Maschinen, erklärte ein Führungsteilnehmer. Er war an der Führung deswegen interessiert, weil in dieser Werkstatt Maschinen seines einstigen Arbeitgebers laufen, sagte er. Von diesen Sponsoren, aber auch den Auftraggebern und der Kunstfabrik, stammten außerdem die Tombolagewinne, eine der Attraktionen des Sommerfestes, wie Werkstattleiter Jürgen Schwemmreiter erklärte.

Alle Arbeitsplätze besetzt

Die Werkstatt Die Aufträge für die diversen Abteilungen kommen von Firmen aus Laichingen und Umgebung, viele außerdem aus dem Ulmer Standort der LWV. Acht Mitarbeiter stehen den behinderten Menschen, die in Laichingen  arbeiten, zur Seite. Im Herbst werden erstmals alle 52 bereitstehenden Arbeitsplätze besetzt sein. In dem im Altbau untergebrachten Förder- und Bildungsbereich „FUB“ betreuen drei Angestellte ihre Klienten in den neun Förderplätzen. Die setzen sich zusammen aus Bewohnern des Wohnheims in der Goethestraße sowie externen Besuchern.  Obendrein beschäftigt die LWV-Eingliederungshilfe mehrere FSJ-ler und bietet Praktikumsplätze.

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