Unterfahlheim / Dominik Guggemos Im November 2018 erhielt der 17-Jährige die Schockdiagnose. Wann die Transplantation stattfindet, steht noch nicht fest.

Wie seine Mutter auf Nachfrage bestätigte, hat Lukas einen Stammzellenspender gefunden. Wann die Transplantation durchgeführt wird, ist noch offen. Zunächst müsse ein Termin vereinbart werden, an dem der Spender Zeit hat, sagt Silvia H., die Mutter des 17-Jährigen aus Unterfahlheim. Dann müsse koordiniert werden, wann Lukas seine Chemotherapie beginnt. Diese dauert zehn Tage, dann folgt die Transplantation.

Der Fischereiverein Elchingen ruft am 27. Januar zur Registrierung als Stammzellspender für ein an Leukämie erkrankten Teenager auf.

Diagnose im November

Im Moment gehe es Lukas „gut“, sagt Silvia H.. „Er darf tagsüber raus und muss erst abends wieder in die Klinik“, fügt die 50-Jährige hinzu. Er genieße das gute Wetter draußen. Von Mitte November an, als die Schock­diagnose kam, musste Lukas drei Monate lang kontinuierlich in der Klinik bleiben.

Der 17-Jährige hatte zuvor Spenden bekommen, um sich einen Wunsch erfüllen zu können. Am vergangenen Sonntag war es dann soweit: per Videoschaltung auf dem Smartphone wurde ihm das Fischerboot überreicht, das er sich gewünscht hatte. Virtuell, zumindest. Wann er zum ersten Mal damit fischen gehen kann, müsse man noch abwarten, sagt seine Mutter. Natürlich werde man da kein Risiko eingehen. Gespendet wurde das Boot von Heart for Life und dem Angelcenter Schrof.

Das Schicksal von Lukas hat die Menschen in der Region bewegt – in Oberelchingen, Elchingen, Senden, Nersingen, überall nahmen sie Anteil und haben mit verschiedenen Aktionen geholfen. 2035 Menschen haben bei drei Typisierungsaktionen mitgemacht.Die ganze Familie sei „ge­flasht“ von der Anteilnahme und der Resonanz, die sein Schicksal erzeugt hat, sagt Silvia H.: „Lukas kann das selber nicht wirklich verarbeiten.“ Er bekomme von Freunden, Kollegen und den Fischerkameraden unzählige WhatsApp-Nachrichten, Spenden, manche beten für ihn.

Welle der Hilfsbereitschaft

Die erste und zugleich größte Aktion fand am 27. Januar in Ober­elchingen statt. 1323 Freiwillige haben sich im Konstantin-Vidal-Haus als Spender registrieren lassen. Organisiert hatte die Aktion der Fischereiverein Elchingen, der Lukas auch sein Boot besorgt hat. Die Stefan-Morsch-Stiftung, die mit der Datenbank der Deutschen Knochenmarkspende (DKMS) kooperiert, hat die Spenden gesammelt und ausgewertet.

Auch sein Ausbildungsbetrieb Bosch-Rexroth in Elchingen hat Lukas geholfen. 282 Mitarbeiter haben sich typisieren lassen. Die Azubis haben die Aktion auf die Beine gestellt und zusätzlich noch 9500 Euro Spendengelder für die Stiftung „Aktion Knochenmarkspende Bayern“ (AKB) gesammelt.

Eine Registrierung und Typisierung bei der AKB kostet 40 Euro pro Person. Finanziert wird alles über Spenden. Daran wollten sich in der vergangenen Woche auch Schüler von der Anton-Miller-Schule in Nersingen beteiligen. Sie arbeiteten in Bibliotheken, Betrieben oder auch bei den Eltern, um für die Kosten der Typisierung zu spenden.

Was ist einen Stammzellenspende? Wer darf Spenden? Kann ich „meinen“ Patienten kennen lernen? Wir verraten, was du zum Thema Stammzellenspende wissen musst.

Weitere Typisierungsaktion

Der Verein „Heart of Life“ hat am vergangenen Samstag in Kooperation mit der AKB in Senden 430 Menschen dazu gebracht, sich als Stammzellenspender registrieren zu lassen. Ein Unterschied zwischen AKB und DKMS besteht für die Spender darin, dass die AKB Blut abnimmt, um mehr Werte bestimmen zu können, während die DKMS einen Wangenabstrich nimmt.

Die nächste Typisierungsaktion findet am Samstag, dem 16. März von 10 bis 15 Uhr im Illertal-Gymnasium statt.

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Wer spendet, bleibt anoymn

Prozedere Wer der passende Spender für Lukas ist, bleibt für ihn unbekannt, genauso wie der Spender nicht erfährt, wem er seine Stammzellen spendet. Die 1323 Spenden der Typisierten aus Oberelchingen sind bereits analysiert. Aus ihnen ist noch kein Spender hervorgegangen, sagt Annika Zimmer von der Stefan-Morsch-Stiftung. Das kann sich aber noch ändern, denn generell gilt: „Nur in absoluten Ausnahmefällen liegen zwischen Typisierung und Spende wenige Wochen“, sagt Zimmer.