Längst nicht jede Gemeinde im Alb-Donau-Kreis ist im Kreistag vertreten. Lonsee hat gleich zwei Kreisräte, Bürgermeister Jochen Ogger (CDU) und Marianne Prinzing (Grüne). Die BUND-Ortsgruppe hat beide am Sonntag zu einem "kreispolitischen Frühschoppen" eingeladen. Silvia Kählert, Vorsitzende der Ortsgruppe, führte vor 30 Zuhörern durch das Gespräch, die Fragen waren Ogger und Prinzing, die beide am 25. Mai erneut kandidieren, vorab übermittelt worden.

Zum Einstieg ging es um die Umwelt und die nach Ansicht der beiden Kreisräte wichtigen Projekte, an denen der Landkreis beteiligt ist. Marianne Prinzing nannte das Biosphärengebiet Schwäbische Alb, das unter anderem den Tourismus ankurbeln werde. Ihr sei der Erhalt von Wacholderheiden wie im Lonseer Naturschutzgebiet Salenberg ein Anliegen.

In Sachen Energiesparen habe sich im Landkreis viel getan, sagte Jochen Ogger. Nachhaltigkeit sei im Kreistag kein Fremdwort. Mit der neuen Schnellbahntrasse werde auf der Strecke Ulm-Geislingen Kapazität für eine regionale S-Bahn mit Halt in Lonsee frei. Wenn der Radwegebau trotz der Bemühungen des Kreises stocke, liege das oft an fehlenden Grundstücken, der Flächenerwerb sei ein "Riesenproblem".

Einig waren sich die Kreisräte, dass der im vergangenen Jahr gegründete Landschaftserhaltungsverband im Kreis eine gute Sache sei. Es gelte nun, die Verbandsstruktur zukunftsfähig zu entwickeln.

Nach Ansicht von Marianne Prinzing stößt die Umsetzung von Umweltpolitik nicht selten auf Widerstand in der Bevölkerung. Im Alb-Donau-Kreis etwa seien neun von elf Windkraftanlagen "hochexplosiv", weil niemand ein Windrad "vor seinem Gesicht" wolle.

Angesprochen auf innovative Vorhaben im Landkreis, ging Ogger auf die Auswirkungen des demographischen Wandels auf den öffentlichen Nahverkehr ein. Weniger Schüler und mehr ältere Bürger könnte bedeuten: weniger Linienbusse, mehr Sammeltaxis oder Bürgerbusse.

Welche politischen Prioritäten setzen die Kreisräte? Marianne Prinzing nannte die Bereiche Gesundheit, Schulen sowie zukunftsfähige Bio-Landwirtschaft. Für Jochen Ogger hat der Erhalt der Wirtschaftskraft Vorrang, dazu eine tragfähige Infrastruktur im ländlichen Raum.