Infrastruktur Lonsee will Bürgermobil einführen

Lonsee / rei 11.01.2019

Menschen mit eingeschränkter Mobilität in allen Teilorten unkompliziert von A nach B bringen – das ist die Idee des Bürgermobils, das es in Lonsee bald geben soll. Ein erstes Konzept dafür gibt es bereits, wie Bürgermeister Jochen Ogger auf Anfrage mitteilt. Dieses muss jedoch noch im Gemeinderat diskutiert und beschlossen werden, bevor es in die Detailplanung geht. Das Konzept im Überblick:

Organisation Träger des Bürgermobils soll die Gemeinde sein und die Fahrten für die Bürger damit kostenlos. Diese können sich telefonisch für eine Fahrt im Rathaus anmelden, etwa wenn sie Besorgungen machen wollen oder einen Arzttermin haben. Fahrten sind nur innerhalb des Gemeindegebiets und eventuell noch in die umliegenden Orte möglich. „Das Mobil soll nicht in Konkurrenz zum öffentlichen Nahverkehr stehen, sondern diesen ergänzen“, sagt Christine Paulus aus der Gemeindeverwaltung, die das Konzept mit ausgearbeitet hat. Mit wie viel Vorlauf die Fahrten gebucht werden müssen oder wie genau sie koordiniert werden, müsse noch geklärt werden, wenn es in die Detailplanung geht.

Das Bürgermobil soll mit Hilfe von ehrenamtlichen Fahrern auf die Beine gestellt werden, diese werden über die Gemeinde versichert. Die Fahrer holen ihre Kunden vor der Haustür ab und bringen sie dorthin wieder zurück. Menschen, die sich vorstellen können, als ehrenamtlicher Fahrer mitzumachen, können sich schon jetzt im Rathaus Lonsee melden. Eine Infoveranstaltung für Interessierte wird noch geplant. „Ich hoffe, dass wir genügend Fahrer finden“, sagt Bürgermeister Ogger.

Fahrzeug Das Bürgermobil soll ein kleiner Elektrobus mit sieben Sitzplätzen werden, der mit einem Pkw-Führerschein gefahren werden kann. Strom tanken kann der Bus dann an der neuen E-Ladesäule (siehe Infokasten). Das Fahrzeug soll so geräumig sein, dass auch Rollatoren darin Platz finden. Die Gemeinde wird den E-Bus voraussichtlich finanzieren. Falls er geleast wird, rechnet Ogger mit Kosten von rund 450 Euro pro Monat plus Versicherung.

Konzept Bei der Konzepterstellung hat Christine Paulus sich auch in anderen Gemeinden informiert, in denen es schon ein Bürgermobil gibt und das Angebot angenommen wird – etwa in Dornstadt, Kuchen oder Böhmenkirch. In Lonsee könnte der E-Bus laut Ogger bis Ende des Jahres rollen. „Ich denke, es ist gut, ein solches Angebot zu schaffen, gerade für eine Flächengemeinde wie uns.“

Vorgeschichte „Das Thema eines Bürgerbusses hatten wir schon länger auf dem Radar“, sagt Ogger. Auf dem Bürgerinfotag im September gab es dann einen Fragebogen, wo unter anderem das Interesse daran abgefragt wurde. Auf rund der Hälfte der 150 ausgefüllte Fragebögen hatten die Bürger angegeben, dass sie die Einführung eines Bürgermobils begrüßen würden. Bestärkt durch diese Rückmeldung halte er nun den Zeitpunkt für gegeben, den E-Bus auf den Weg zu bringen, sagt Ogger.

E-Ladesäule für Gemeinde geplant

Mobilität Die Gemeinde Lonsee hat für eine E-Ladesäule einen Förderantrag gestellt und die Förderung vom Bund auch bewilligt bekommen, berichtet Bürgermeister Jochen Ogger. Wo die Ladesäule stehen wird, soll Ende Januar vom Gemeinderat entschieden werden. Zwei Standorte sind denkbar: Am Rewe-Markt in Halzhausen oder am Rathaus in Lonsee.

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