Liebherr Liebherr: Unglücks-Kran nicht gesichert

Der Unglücks-Kran von Mekka war nicht gegen Wind gesichert.
Der Unglücks-Kran von Mekka war nicht gegen Wind gesichert. © Foto: dpa
Ehingen / THOMAS STEIBABLER 22.09.2015
Der Unglücks-Kran von Mekka war nicht gegen Wind gesichert. Zu diesem Ergebnis kommen Liebherr-Experten, die vor Ort nach der Ursache forschten.

Mehr als 100 Menschen kamen am Freitag, 11. September, ums Leben, als ein riesiger Liebherr-Kran in die Große Moschee in Mekka stürzte. Am Sonntag darauf sind drei Kranexperten des Unternehmens aus Ehingen nach Saudi Arabien geflogen, um sich an den Untersuchungen der Unfallursache zu beteiligen. Deren Bericht zufolge war der Kran technisch einwandfrei, ein Defekt scheide daher als Unfallursache aus. Laut einer Mitteilung des Unternehmens sei der Kran vielmehr nicht ausreichend gesichert gewesen, um dem am späten Nachmittag des 11. September einsetzenden Gewitter- und Sandsturm standzuhalten.

Den Erkenntnissen der Liebherr-Experten zufolge war der Raupenkran vom Typ LR 11350 zum Unfallzeitpunkt außer Betrieb. Trotzdem sei der etwa 190 Meter lange Ausleger voll aufgerichtet gewesen. Das hätte laut der Mitteilung des Unternehmens nicht sein dürfen. In der Betriebsanleitung sei festgelegt, bei welcher Windgeschwindigkeit der Kran wie zu sichern sei, erläuterte ein Liebherr-Sprecher auf Anfrage. Die so genannten „Wind Speed Charts“ (Windgeschwindigkeits-Tabellen) zeigten, dass der aufgerichtete Raupenkran einer so hohen Windbelastung wie am 11. September nicht standhalten konnte. Der Ausleger hätte daher vorbeugend abgelegt werden müssen. Wie Liebherr mitteilt, hatte der CNN-Wetterdienst am späten Nachmittag Windgeschwindigkeiten von 80 Stundenkilometern gemessen, auf einem anderen Kran des Unternehmens in der Nähe des Unfallorts seien 105 Stundenkilometer registriert worden. Bevor sie am Mittwoch, 16. September, nach Deutschland zurückflogen unterstützen die Liebherr-Mitarbeiter aus Ehingen die mit der Bergung des umgestürzten Krans beauftragte Firma. Eine aufwendige Arbeit, denn der Kran wiegt fast 1000 Tonnen.

Der Raupenkran LR 11350 ist dem Sprecher zufolge das zweitgrößte Liebherr-Modell. Etwa 30 dieser Maschinen seien bisher weltweit ausgeliefert worden. Nach dem Unglück von Mekka seien die Betreiber vergleichbarer Liebherr-Krane nochmals auf die Wind-Bestimmungen in der Betriebsanleitung hingewiesen worden.

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