Klar. Maifeste gab es dieses Jahr keine: Hygiene-Regeln, Abstand und Mund-Nasen-Schutz passen kaum zum Tanz in den Mai. Dennoch haben sich viele Menschen in der Region Ulm/Neu-Ulm auch während der Krise der Corona-Pandemie die Tradition nicht nehmen lassen, im Alleingang einen Maibaum zu setzen: der oder dem Liebsten oder einfach so, verziert mit Gedanken und Wünschen zur derzeitigen Lage. „Wir halten zusammen. Bleiben Sie gesund“, wünschen gleich mehrere Maibaum-Setzer aus dem Ulmer Stadtteil Einsingen. Laura, Luisa und Mutti haben in Erbach einen klassisch verzierten Maien bekommen. Von „Brauch und Sitte“, in der Dorfmitte einen Maibaum aufzustellen, wollten auch die Essendorfer bei Illerkirchberg nicht lassen.

„Die Welt – sie dreht sich weiter“

„Die Corona-Pandemie hat unser Leben verändert wie nie“, schreiben die Essendorfer am Baum. Beigefügt ist eine Ermunterung zum Schmunzeln – unterstützt mit der Einladung, sich eine der am Maibaum hängenden Bierflaschen zu pflücken. Im gleichen Dorf hat jemand eine krumm und scheps gewachsene Birke als Maien verschenkt – mit dem Zusatz „Schräg wie Corona“. Im Bayerischen, im Weißenhorner Ortsteil Hegelhofen, hat sich ebenfalls ein Maien-Dichter verausgabt: „Der Mai macht vieles bunter. Drum bleibt vergnügt und heiter. Die Welt – sie dreht sich weiter.