Merklingen Lichte Reihen bei Lichtmessfeier

In Tracht kommen nur wenige Besucher der Lichtmessfeier.
In Tracht kommen nur wenige Besucher der Lichtmessfeier. © Foto: Brigitte Scheiffele
BRIGITTE SCHEIFFELE 04.02.2015
Nur wenige Besucher kamen in diesem Jahr zur Lichtmessfeier nach Merklingen. Besonders älteren Menschen machten Schnee und Glätte zu schaffen.

"Wenn's an Lichtmess stürmt und schneit, ist der Frühling nicht mehr weit", zitierte Bürgermeister Sven Kneipp eine alte Bauernregel in seinen Begrüßungsworten zur Lichtmessfeier. Diese findet in Merklingen jedes Jahr am 2. Februar statt, so auch heuer wieder in der Gemeindehalle. Früher begann mit diesem Tag ein neues Arbeitsjahr für Mägde und Knechte, wenn das Dienstverhältnis wechselte. Mittlerweile hat sich das zwar grundlegend geändert, doch geblieben ist das gemeinschaftliche Essen mit Unterhaltungsprogramm. Dazu laden die Jagdpächter Heinz-Georg Engler, Jürgen Engler und Walter Strohm gemeinsam mit der Gemeindeverwaltung alle Grundstückseigentümer ein, dazu auch noch Waldbesitzer, Landwirte und Landfrauen ein.

Wie jedes Jahr beteiligten sich Kirchenmusik sowie Liederkranz am Unterhaltungsprogramm und Landfrauen sorgten in gewohnter Weise für die Bewirtung. In diesem Jahr kam statt der gewohnten Bratwürste allerdings Leberkäs auf den Teller. Was Besucher zum Kommentar veranlasste: "Passend zur allgemeinen Veränderung." Zwei überraschende Beiträge kamen aus den Reihen der Besucher: Ein schwäbisches Gedicht hatte Gemeinderätin Brigitte Burghardt parat und Jakob Salzmann, Vorsitzender der örtlichen Interessengemeinschaft für Geschichte und Brauchtum, trug mit einem Beitrag über die Bahngeschichte zur Unterhaltung der Besucher bei.

Allerdings boten die leeren Tischreihen einen traurigen Anblick, wenn man an die ganz frühen Lichtmessveranstaltungen denkt, die für Mägde und Knechte noch ein ganz besonderer Anlass zum Feiern waren. Damals war Brauchtum noch stärker verankert. Zur Merklinger Tracht greifen mittlerweile fast nur noch Mitglieder von Liederkranz und Kirchenmusik. Doch diese machen das seit Jahr und Tag sehr konsequent.