Laichingen Leinenwebertour des MSC Laichingen: 103 Radler trotzen dem Regen

Laichingen / BRIGITTE SCHEIFFELE 01.09.2014
103 Radler haben am Sonntag dem Dauerregen getrotzt und sich zur Leinenwebertour angemeldet. Wirklichen Spaß hatten sie allerdings nicht dabei. Viele Langstreckenfahrer kürzten deshalb die Strecke ab.

Sonntag Morgen, sechs Uhr. Kein Autofahrer ist auf der Straße, kein Fußgänger weit und breit sichtbar, die Fenster in den Häusern liegen noch im Dunkeln, nur in der Seniorenwohnanlage brennt Licht. Wenige Meter weiter treten zwei Radfahrer schon mit flottem Tempo in die Pedale und in der Daniel-Schwenkmezger-Halle ist Festbeleuchtung: "Hier hat sich tatsächlich einer um 5.30 Uhr angemeldet", berichtet Walter Karas. Zu der Zeit traf das Organisationsteam gerade mal selbst ein. Es war Harald Wagner, Teilnehmernummer 219. Er war von Kirchheim nach Laichingen gefahren, hat sich zur Tour gemeldet, ein Erkennungs-Armband für die Verpflegungsstation umgebunden, Fahrraddress angezogen, Müsli -Riegel und Handtuch eingesteckt und das Fahrrad startklar gemacht. Seitdem wartet er, dass es ein bisschen heller wird.

Der Himmel ist voller Wolken, Regen war angesagt, deswegen bleibe es so lange dunkel. Er mache, so bemerkt er fast nebenbei, natürlich die Marathon-Tour, die mit 202 Kilometern. Klar, das Wetter sei schlecht, bei Sonne fahre er auch lieber, aber daran könne man nichts ändern. Vor ihm startet Gebhardt Grimm, Teilnehmer Nummer 221, er ist das zweite Mal dabei. Ankommen, anmelden, Proviant verstauen und ab geht's. "Marathon-Tour, logisch", sagt er. Auf fragende Blicke ob der Streckenlänge und Steigungen bekundet er: "Das bleibt nur denen ein Rätsel, die nie Rennrad gefahren sind. Alles eine Frage der Technik." Irgendwann merke man gar nicht mehr wie viele Kilometer es seien. "Man muss auf den Puls achten, es muss rund laufen, gleichmäßig, man darf sich bei den Steigungen nicht überfordern und dann klappt das schon. Natürlich braucht man eine gewisse Übung", sagt er und startet bestens gelaunt. Noch regnet es nicht.

Michael Honold und Bernd Eberhard kommen aus Geislingen. Der Rest der "Diakonie-Truppe", der sie angehören, glänzt mit Abwesenheit. Beide werden trotzdem an den Start gehen und haben sich für die 152 Kilometer-Tour entschieden.

Mittlerweile ist es so hell, dass auch der Kirchheimer Marathon-Fahrer starten konnte und noch ein paar mehr Radfahrer zur Anmeldung erschienen sind. Jürgen Bühle, Wolfgang Stäudle, Walter Karas und auch Albrecht Straub, alle vom MSC Laichingen, beobachten dennoch sorgenvoll die Teilnehmerzahl: "Es sollten schon um die 100 werden", meint Bühle. Gegen 7 Uhr fügt Stäudle hinzu: "Hier müsste es jetzt richtig zugehen, aber die Anmeldungen tröpfeln nur." Draußen tröpfelt es auch, was Ursache dafür ist, dass sich letztlich nur 103 Radler für die Tour entscheiden. Immerhin eine Steigerung im Vergleich zum Vorjahr. 860 Radler gingen im Jahr 2009 auf Strecke, 620 waren es im Jahr 2010. 850 waren es 2011, 550 im Jahr 2012 und gerade mal 59 im vergangenen Jahr.

Auch Manfred Gast entscheidet sich um 7.10 Uhr noch für die "150-er Strecke", seine Mitstreiter haben ihn aber im Stich gelassen. Schon öfters hat er die Leinenwebertour mitgemacht, heute trägt er die Nummer 26. 202 Kilometer lang ist die Marathon-Tour, mit 152 Kilometern ist die Tour eins ausgeschrieben, mit 118 die Tour zwei, mit 94 Kilometern die Tour drei, mit 53 Kilometern die Tour vier und mit 20 Kilometern die Familientour. Eine Familie trotzte gestern dem Wetter und fuhr tapfer ihre Runde. Mit 50 Helfern hat der MSC für Organisation und Verpflegung an fünf Stationen unterwegs gesorgt. Ob alles stimmt und mit rechten Dingen zugeht überprüft Albert Wetzel vom Bund Deutscher Radfahrer. Ob er die ganzen 150 Kilometer abfährt, darüber war er sich vor dem Start nicht klar. Und weil der Regen gar nicht nachließ, haben dann doch viele Fahrer ihre Strecke abgekürzt.