Stadtgestaltung Innenstadt: Lebensqualität kontra Verkehr

Die Ach fließt unter der stark befahrenen Hindenburgstraße sowie unter dem Imbiss am Lohplatz (oben rechts). Laut Planer Roland Gross sollte das Gewässer dort wieder sichtbarer werden.
Die Ach fließt unter der stark befahrenen Hindenburgstraße sowie unter dem Imbiss am Lohplatz (oben rechts). Laut Planer Roland Gross sollte das Gewässer dort wieder sichtbarer werden. © Foto: Markus Fröse
Langenau / Markus Fröse 11.06.2018

Das öffentliche Leben spielt sich derzeit zu großen Teilen im Freien ab. Auch in Langenau genießt man den Bummel durchs „Städtle“ und verweilt gerne an schattigen Plätzen, um etwa ein Eis zu essen oder ein Bierchen mit Freunden zu trinken. Zweifelsohne macht es Spaß, sich in der Kernstadt aufzuhalten. Doch dass es noch besser geht, auch in puncto Stadtbild, darüber ist man sich einig im Gemeinderat (GR).

Vor rund einem Jahr ist Stadtplaner Roland Gross deshalb einstimmig vom GR-Ausschuss für Technik und Umwelt beauftragt worden, entsprechende Ideen zu liefern. Bei der Vorstellung derselben in der GR-Sitzung am vergangenen Freitag verwies Gross auf die „Alleinstellungsmerkmale“ Langenaus als Basis für seine Überlegungen: die überdurchschnittlich vielen fließenden und stehenden Gewässer, die stadtbildprägenden Grünbereiche und markanten städtischen Plätze.

Mängel und Konflikte

Zu den „Mängeln und Konflikten“ gehören für den Planer das „Verschwinden“ des Gewässers Ach im Zentrum der Stadt, die generell schlechte Zugänglichkeit zum Wasser im Zentrum, der „Bruch des grünen Bandes“ in der Hindenburgstraße, das Fehlen von „konsumfreien Aufenthaltsmöglichkeiten“. Problematisch seien die Straßenbereiche Lohplatz mit der Kreuzung Wasser- und Hindeburgstraße, die Kreuzung Hindenburg-, Bahnhof- und Burghofstraße, sowie die Kreuzung Hindenburgstraße/Kirchgasse mit der Ampel.

Als Oberziele nannte Gross die Stärkung und Weiterentwicklung des Stadtambientes durch die Aufwertung von Straßen, Plätzen, Grünräumen und Wasserläufen. „Lebenswerter“ solle die Stadt auch werden durch verbesserte Verbindung von Wohnen und Arbeiten, beziehungsweise bessere Vernetzung und Durchgängigkeit für Fußgänger und Radfahrer.

Parkplätze sind verzichtbar

Gross riet den Räten im Hinblick auf Verbesserungen mit dem Kirch- und dem Lohplatz anzufangen. Sowie mit dem Abschnitt der Hindenburgstraße, welcher die Plätze verbindet. Für Raunen im Rat sorgte der Vorschlag, den über der Ach gelegenen Gebäude-Anbau abzureißen, in dem sich der beliebte Imbiss „Babo-Kebap“ befindet, und ihn zu ersetzen durch eine Außenbewirtung mit Sitzplattform über der dann sichtbaren Ach. Auch die Kirchplatz-Mauer und diverse Parkplätze sind laut Planer verzichtbar. „Der Mensch ist in die Ecke gedrängt, es dominiert der Verkehr“, sagte Groß.

Dem stimmten die meisten Räte zu. Jedoch mit dem deutlichen Hinweis, dass Erreichbarkeit mit dem Auto sowie Parkmöglichkeiten in der Innenstadt für viele Gewerbetreibende und Einwohner wichtig sind. Ohne Veränderungen gibt es auch keine neue Qualität, konterte der Planer. Er liefere Ideen, der Gemeinderat müsse dann abwägen und entscheiden.

„Am Schluss hat immer die Autolobby gesiegt“, kommentierte Rat Heinrich Buck (GUL).

Diskussionsgrundlage für weitere Ideen

Bürgerbeteiligung Die Stadt will die 38-seitige Rahmenkonzeption des Planers auf ihrer Homepage veröffentlichen. Als Grundlage für weitere Ideen, die laut Bürgermeister Daniel Salemi in Form einer Bürgerbeteiligung diskutiert werden sollen. Im September soll das weitere Vorgehen im Gemeinderat besprochen werden.

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