Ehrung Langenauerin seit 30 Jahren für Frühchen da

Ministerpräsident Winfried Kretschmann übergibt der Langenauerin Mathilde Maier Urkunde und Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland für ihr 30-jähriges Engagement für Frühchen. Foto: Staatsministerium Baden-Württemberg
Ministerpräsident Winfried Kretschmann übergibt der Langenauerin Mathilde Maier Urkunde und Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland für ihr 30-jähriges Engagement für Frühchen. Foto: Staatsministerium Baden-Württemberg © Foto: Staatsministerium Baden-Württemberg
Stuttgart/Langenau / MARKUS FRÖSE 06.12.2016

Eine „komplette Überraschung“ erlebte Mathilde Maier vor sechs Wochen beim Blick in den Briefkasten. Der vermutete Werbebrief stellte sich als Einladung an die Langenauerin heraus, aus den Händen von Ministerpräsident Winfried Kretschmann den von Bundespräsident Joachim Gauck verliehenen Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland überreicht zu bekommen.

Am vergangenen Samstag war es nun soweit: Im Neuen Schloss in Stuttgart ist Maier am Internationalen Tages des Ehrenamtes mit dem „Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland“ geehrt worden. Dazu gab es eine Urkunde sowie eine Ehrennadel und eine Ehrenschleife, „damit man auch etwas kleineres tragen kann statt dem großen Orden“, erklärt die Langenauerin. Erhalten hat sie die hohe Auszeichnung vor allem für ihr fast 30 Jahre dauerndes Engagement für frühgeborene Kinder. Ein privater Schicksalsschlag – die extrem frühe Geburt ihrer Tochter – hatte sie zu diesem Thema gebracht. Ende der achtziger Jahre gründete Maier den „Förderkreis für intensivpflegebedürftige Kinder Ulm e.V.“, dessen Vorsitzende sie noch heute ist.

„Ehrenamtlich Engagierte sind Vorbilder, Sinnstifter und Brückenbauer“, betonte Kretschmann bei der Überreichung des Verdienstkreuzes. Das wird deutlich am Beispiel des  Ulmer  Förderkreises, der Spendengelder in siebenstelliger Höhe gesammelt hat. So konnten zwei Babynotarztwagen sowie über viele Jahre eine Psychologin finanziert werden, die den traumatisierten Eltern zur Seite stand. Ebenso wichtig war die Einführung der psychosozialen Nachsorge, die Familien vor der Entlassung ins häusliche Umfeld stärkt.

Lobend wurde vom Staatsministerium zudem erwähnt, dass Mathilde Maier  Eltern auch persönliche Beratung anbietet. Mit ihrem Verein sei sie eine der tragenden Stützen für die Versorgung der Früh- und Neugeborenen oder intensivpflegebedürftigen Kinder in Ulm und Umgebung. Auch überregional bringe sich Maier ein, die als Krankenpflegehelferin im Langenauer Krankenhaus arbeitet: als Gründungsmitglied im Bundesverband „Das frühgeborene Kind e.V.“ und im Landesverband „Früh- und risikogeborene Kinder Baden-Württemberg“ als Vorsitzende. Darüber hinaus ist Maier auch Betriebsrätin bei der ADK GmbH, SPD-Gemeinderätin, Kreisrätin und ehrenamtliche Richterin am Sozialgericht, um nur die wichtigsten Ämter aufzuzählen.

Dass sie von Förderkreis-Mitstreitern für die Ehrung empfohlen worden ist, freut die 58-Jährige riesig. Und auch, dass ihre ganze Familie sowie der Langenauer Bürgermeister Daniel Salemi an der Feier im Neuen Schloss in Stuttgart teilgenommen haben. Vor allem die Rückendeckung ihrer Familie gebe ihr die Kraft für ihren Einsatz im sozialen Bereich, betont die dreifache Mutter. „Vor kurzem ist mein zweites Enkelkind auf die Welt gekommen – und zu diesem Glück kam jetzt sogar noch das Bundesverdienstkreuz hinzu.“