Mit Bedacht renoviert und von unten bis oben barrierefrei ist jetzt das 1958 errichtete Gemeindehaus in Langenau. Dessen Umbau und die dahinterstehenden Leitgedanken nahm Pfarrer Martin Hauff in seiner Neujahrsansprache auch als „Sinnbild für unser Gemeinwesen“. So sollte die ursprüngliche Bau-Idee erhalten und das Haus sowohl einladend als auch zweckmäßig sein und sich optisch zurückhalten im Schatten der altehrwürdigen Martinskirche.

Darüber hinaus mussten die Fundamente überprüft und die Räume für Gegenwart und Zukunft fit gemacht werden. Übertragen auf die Gesellschaft heiße das unter anderem: aufzubauen auf einem stabilen, gemeinsamen Fundament, das Offenheit, Toleranz und Respekt prägen. Angesichts von Klimawandel und Kriegen erinnerte der Pfarrer die zahlreichen Gäste aus Politik, Vereinen und Institutionen an die Doppelstrategie: global denken, lokal handeln. Bausteine seien in Langenau die Bürgerworkshops zur Mobilität sowie der Stadtbus, der seit Dezember „seinen ausgeklügelten Rundkurs durch Langenau“ fahre. Hauff rief dazu auf, ihn rege zu nutzen.

Ein weiterer Mosaikstein ist das Pflegeheim Sonnenhof, das vor 25 Jahren eröffnet wurde. Erste Schritte seien auf dem Weg zu einer Langenauer Nachbarschaftshilfe getan, und 2019 steige zum 15. Mal das Turmfest. Zum 70. Jahrestag der Verabschiedung des Grundgesetzes organisieren der Initiativkreis 8. Mai, Vereine und Kirchen eine „Lange Nacht der Demokratie“ am Vorabend von Europa- und Kommunalwahlen. Hauff rief nicht nur dazu auf, zur Abstimmung zu gehen, sondern auch zu kandidieren oder Kandidaten zu suchen. Das gelte auch für die Kirchenwahlen.

Als herausragende Ereignisse im vergangenen Jahr nannte er das Programm zum 30-jährigen Bestehen von Pfleghofsaal und Bücherei sowie die Jubiläen von Männer-Gesangverein, Liederkranz sowie Jugendkapelle „Schwäble“ und nicht zuletzt das Fest, mit dem „50 Jahre katholische Kirche Mater Dolorosa“ gefeiert wurde.

Große Veränderungen kommen auf die evangelische Kirche zu. Gemäß Pfarrplan 2024 werde Langenau spätestens in fünf Jahren eine Pfarrstelle verlieren. Ihm sei wichtig, dass die Menschen auch künftig in traurigen wie in freudigen Situationen eine Pfarrerin oder einen Pfarrer finden, die ein offenes Ohr, ein hilfreiches Wort sowie Zeit haben. Viel Beifall erhielt der Pfarrer, als er den Frauen und Männern dankte, die in Kindergärten und Schulen für die Kinder arbeiten. Er erinnerte an die Ausstellung „Augen auf, Armut im Blick“ und hob das Engagement in Tafelladen und Diakonieladen hervor. Letzterer benötige die Unterstützung der kirchlichen und bürgerlichen Gemeinde, um die Frage nach der steuerlichen Bewertung so zu klären, dass die Kosten gedeckt und die Existenz des Ladens nicht gefährdet sind. „Wir stehen hinter dem Diakonieladen“, der nicht nur Secondhand-Geschäft, sondern auch Ort der Begegnung sei. Wie nötig die Einrichtungen sind, machte Hauff mit den aktuellen Zahlen der Initiative Du & Ich deutlich: 2018 wurden 328 Menschen unterstützt – mit 45 000 Euro, dem höchsten Betrag seit Bestehen der Initiative, die vergangenes Jahr 39.000 Euro an Spenden bekam.

Viele Spenden für das Gemeindehaus


Initiative Gegründet wurde die Initiative Du & Ich  vor 25 Jahren. Das wird am 20. Oktober mit einem Liederabend unter Federführung von Timo Handschuh gefeiert.

Spenden Gespendet haben die Langenauer auch für den Gemeindehaus-Umbau samt Aufzug: 250 000 Euro sind bisher für das 650 000 Euro teure Projekt zusammengekommen, wurde beim Jahresempfang bekannt gegeben. Zuschüsse gibt es von der Landeskirche. „Wenn Sie fragen, was denn beim Umbau geschehen ist“, weil das Haus doch aussehe wie vorher, „dann haben wir unser Ziel erreicht“, sagte Architekt Paul Horn. Denn Aufgabe war, den Charakter und Charme des 50er-Jahre-Baus ebenso zu erhalten wie den Blick auf die Langenauer Martinskirche.