Kermes Langenauer Kermes: Feiern und informieren

Die zweimal im Jahr stattfindende Kermes des türkischen Kulturvereins ist als Treffpunkt der Kulturen angelegt.
Die zweimal im Jahr stattfindende Kermes des türkischen Kulturvereins ist als Treffpunkt der Kulturen angelegt. © Foto: Josephine Schuster
Langenau / Von Josephine Schuster 05.11.2018

Dass die Wörter „Kermes“ und „Kirmes“ sich doch sehr ähnlich sind, ist nur ein Argument dafür, zum dreitägigen Fest des Türkisch-Islamischen Kulturvereins in Langenau zu kommen. Ein viel stärkeres ist jenes, welches Vorstand Muhittin Arici dazu bewegt, zweimal im Jahr mithilfe der knapp 180 ehrenamtlichen Mitglieder die Zelte aufzubauen, zu kochen und beisammen zu sein: „Mir ist sehr wichtig, die Leute zusammenzubringen. nicht nur die Deutschen und die Türken, auch die Türken untereinander hier in der Gegend bekommen so die Möglichkeit zum Netzwerken. Ebenso kommen Bosnier, Albaner und Mazedonier.“

Am Donnerstag hatte bereits eine vereinsinterne Gruppe einen Volkstanz aus der westlichen Türkei aufgeführt. „Das ist wie hier in Bayern und in Norddeutschland. Überall wird anders getanzt“, erklärt der 62-jährige Vorsitzende, der mit 15 Jahren nach Deutschland kam.

Es gibt schwarzen Tee und türkische Leckereien wie Hamsi, ein Sardellengericht, gefüllte Teigfladen names Gözleme oder die sehr süßen Süßspeisen Baklava und Halka, Ringe aus Grieß. Zubereitet von ehrenamtlichen Helfern und zu günstigen Preisen. „Ich mag aber natürlich auch deutsches Essen. Kartoffelknödel zum Beispiel“, sagt Arici und lacht.

Es sei nicht mehr so wie früher, sagt der Vorsitzende, als man einfach an die Tür des anderen geklopft habe und der Kontakt sehr rege gewesen sei. Die nächste Generation mache das nicht mehr, „aber die Älteren von uns brauchen Hilfe“. Der Vereine unterstütze bei der Job- und Arztsuche und der deutschen Bürokratie. Dolmetscher würden vermittelt, und die Kinder könnten die islamische Schule besuchen. „Dort lernen sie, was  der Islam ist und können all ihre Fragen stellen. Es ist nicht gut, wenn Menschen eine schlechte Meinung haben, ohne richtig informiert zu sein“, sagt Arici. Er habe einen zwölfjährigen Enkel. Dieser könne allein entscheiden, ob er den Unterricht hier besucht oder nicht.

Das Wort „Islam“ bedeute eigentlich Frieden, erklärt er weiter. „Nirgendwo steht geschrieben, dass man schlagen oder töten soll.” Generell halte man sich von politischen Diskussionen eher fern. „Wir können keinem vorschreiben, was er tun soll. Aber sich im eigenen Umfeld einzubringen, wäre eine gute Sache“, findet Arici. Dazu gehöre auch, sich nach vielen Jahren Aufenthalt in Deutschland einbürgern zu lassen und wählen zu gehen. Er fände es schön, wenn noch mehr Menschen zur Kermes kämen, „um sich kennenzulernen und Kontakte zu knüpfen“.

Unter dem Dach der Ditib

Kulturverein Zwei Mal im Jahr feiert die türkische Community in Langenau ihre mehrtägige Kermes, präsentiert sich auch während des Tags der offenen Moschee in der Öffentlichkeit. Seit 25 Jahren ist der Türkisch-Islamische Kulturverein mit seinen rund 180 Mitgliedern als Träger der Moschee in der Wörthstraße in Langenau unter dem Dach der Ditib, der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion.

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