Krankenhaus Langenauer Geburtshilfe: Minister rechtfertigt Schließung

Langenau / OLIVER HEIDER 25.09.2017
Der Langenauer Gemeinderat hat eine Antwort vom Sozialminister bekommen. Bürgermeister Daniel Salemi will das Thema Geburtshilfe damit zu den Akten legen.

„Aus medizinischer Sicht ist die dauerhafte Vorhaltung einer geburtshilflichen Fachabteilung am Standort Langenau nicht sinnvoll.“ So hat der baden-württembergische Sozialminister Manfred Lucha (Grüne) auf ein Schreiben des Gemeinderats reagiert. Das Gremium hatte sich gegen die Ende Juni vollzogene Schließung der Geburtenstation gewandt.

Nun informierte Bürgermeister Daniel Salemi in der ersten Ratssitzung nach der Sommerpause über ein Schreiben, das Anfang August eingegangen war. Darin erklärt Lucha, die Langenauer Fachabteilung gehöre „zu den geburtenschwächsten in ganz Baden-Württemberg“. Zu hinterfragen sei entsprechend einer Leitlinie gewesen, „ob die isolierte Geburtsklinik ohne angeschlossene Kinderklinik hinsichtlich dem geforderten Aspekt einer maximalen Sicherheit für Mutter und Kind genügt“. Und: „Die benannte Leitlinie verweist auch auf eine erhöhte neonatale Sterblichkeit bei niedrigen Geburtenzahlen unter 500 Geburten pro Jahr.“ Die gesetzlichen Krankenkassen sehen die Grenze „für eine qualitativ hochwertige Versorgung“ laut Lucha gar bei 600. Zudem, so der Minister, sei der Versorgungsauftrag an der „Betriebsstelle Langenau“ des einheitlichen Alb-Donau-Klinikums 2012 befristet worden. Folgerichtig seien Doppelstrukturen abgebaut worden.

Die ADK-GmbH wusste also bereits Ende 2011 von der Befristung. Einen Halbsatz aber, kritisierte Salemi, habe Lucha im Brief nicht erwähnt. Dem Klinikum war damals mitgeteilt worden, dass „zu diesem Zeitpunkt“, am 31.12.2016, „erneut eine Überprüfung der in Langenau betriebenen geburtshilflichen Station erfolgt“.

Salemi meint, es bringe nun nichts mehr, erneut nachzuhaken. „Äußerst schade“ sei dies, „für unsere Raumschaft bedenklich“. Aber: „Wir müssen schauen, dass wir die zugesagten Investitionen fürs Krankenhaus bekommen.“ Der Geschäftsführer der ADK-GmbH soll bald im Gemeinderat Rede und Antwort stehen.

Im Rat scheint sich auch Ernüchterung breitzumachen. Die Mitglieder quittierten Salemis Ausführungen mit kollektivem Schweigen.