Projekt Lange gemeinsame Wegstrecke

Rechts flankieren die beiden Pfarrer Stoll und Hauff, links das Ehepaar Dengler eine Stele.
Rechts flankieren die beiden Pfarrer Stoll und Hauff, links das Ehepaar Dengler eine Stele. © Foto: Schuster
Langenau / Josephine Schuster 12.02.2019

Ein Weg hat einen Anfang, flache und steinige Abschnitte und ein Ende. Den Weg einer Ehe oder Partnerschaft kann man ganz ähnlich beschreiben. Buchstäblich selbst beschreiten lässt er sich bis 17. Februar in Langenau auf dem sogenannten Eheweg. Initiatoren sind Maria und Erhard Dengler, die selbst bereits seit 39 Jahren verheiratet sind. Sie entdeckten den Pilgerweg im pfälzischen Vallendar und regten an, ihn nach Langenau zu holen. Sieben der 15 Stelen sind nun in der Martinskirche und der katholischen Kirche Mater Dolorosa zu finden. Sie regen dazu an, sich gemeinsam als Paar oder auch als Familie mit sich selbst und der Beziehung untereinander zu beschäftigen. Sich Fragen zu stellen und zu reflektieren.

Künstlerin Maria Kiess aus München-Freising hat die mannshohen, bemalten Stelen aus Glas entworfen. Sie führen vom anfänglichen Verliebtsein über Herausforderungen und Enttäuschungen bis hin zu Kindern und Enkeln. Ein Begleitheft dazu liegt in den beiden Kirchen aus, auf eheweg.de gibt es Informationen.

 „Vor allem die Stele der Treue ist ein wichtiger Bestandteil”, sagt der evangelische Pfarrer Martin Hauff. „Es ist mutig, sich für eine Ehe zu entscheiden und sich vorzunehmen, das wirklich durchzuziehen. Das wollen wir wertschätzen. Aber auch ohne eine Eheschließung ist die Treue ein wesentlicher Bestandteil einer Partnerschaft.“ Gleichgeschlechtliche Partnerschaften möchte Hauff dabei nicht ausklammern. „Das ist natürlich ein heißes Thema für die Kirchen und wir haben da auch einen Lernweg hinter uns. Es gibt gute theologische Gründe, warum die evangelische Kirche zukünftig auch den Segen für diese Paare aussprechen sollte und die Landeskirche arbeitet gerade daran, einen Weg dafür zu finden. Der wesentliche Grund dafür liegt für mich im Versprechen der Treue, das sich gleichgeschlechtliche Paare ebenfalls geben wollen.“

Der katholische Pfarrer Claus Stoll äußert sich zu diesem Thema weniger euphorisch. Die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare sei in der katholischen Kirche nicht möglich, dennoch sei die Liebe ein Geschenk Gottes und hier in der Kirche jeder willkommen. Für Stoll sind die Beschriftungen und biblischen Texte auf den Stelen sehr treffend formuliert und er möchte den Weg auch selbst einmal abgehen.

Diesen Eheweg auch über seinen Namen hinaus für alle Liebenden zu öffnen. Das war den Initiatoren wichtig. Ilka Bollmann und Ute Hauff vom katholischen Kirchengemeinderat betonen, dass auch das Thema Sexualität nicht ausgeklammert wurde. Sie haben mit ihrem Team „Wort Schatz Glaube“ am 15. Februar um 19 Uhr in der katholischen Kirche einen modern gestalteten Wortgottesdienst für alle Interessierten vorbereitet und hoffen auf einen regen Austausch zum Thema Liebe, Partnerschaft und Familie.

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