Besuch Landrat Scheffold auf Visite in Balzheim

Die Hochwasserrückhaltung in Oberbalzheim stand auf dem Besuchsprogramm von Landrat Heiner Scheffold (zweiter von links) in Balzheim.
Die Hochwasserrückhaltung in Oberbalzheim stand auf dem Besuchsprogramm von Landrat Heiner Scheffold (zweiter von links) in Balzheim. © Foto: Manuela Rapp
Von Manuela Rapp 23.08.2018

Wenn das keine Maßarbeit war: Gerade hatte Bauhofleiter und Gemeinderatsmitglied Jürgen Gerster zur Feier des Tages die Flaggen gehisst, da fuhr Landrat Heiner Scheffold samt persönlichem Referenten Andreas Blersch vor dem Balzheimer Rathaus vor. Gründe für einen Besuch im südlichsten Ort des Alb-Donau-Kreises gab es genügend. Der neu gestaltete Dorfplatz in Unterbalzheim, die Hochwasserschutzmaßnahme in Oberbalzheim und schließlich ein Abstecher zum größten Arbeitgeber der Kommune, Ceratizit, standen auf der Agenda des Landkreis-Chefs.

Der Dorfplatz lag dem Gast sozu sagen gleich zu Füßen – er befindet sich direkt vor der Haustür des Rathauses. „Zirka zwei Drittel der Einwohner von Balzheim wohnen in Unterbalzheim“, erläuterte Günter Herrmann. Der Bürgermeister begleitete den Landrat zusammen mit den Gemeinderäten Ilse Kächler, Andreas Maaß und Jürgen Gerster. Für den Schultes ist der Dorfplatz die zentrale Ortsmitte beider Teilgemeinden. „Seit einiger Zeit haben wir uns die Frage gestellt, was wir mit dem Areal machen können“, rekapitulierte der Gatgeber. Die Umgestaltung sei ein Punkt der Gemeinde-Entwicklungskonzeption gewesen.

Der Bürgermeister verwies in diesem Zusammenhang auf das Dorfgemeinschaftshaus, das vor ein paar Jahren eingeweiht wurde, die Um- und Anbauarbeiten am Gasthof „Löwen“ oder die Dienstleistungs-Infrastruktur, die sich in diesem Bereich befänden. Auch der neue Dorfplatz „soll ein Ort der Begegnung für alt und jung sein“.

Positiv angetan zeigte sich Herrmann vom Angebot der Verkaufswagen, von denen seit einigen Wochen fast täglich einer oder mehrere präsent sind. Die bislang sehr gute Resonanz hervorhebend, meinte er: „Mal abwarten, wie es sich entwickelt.“ Zusammen mit dem „Schönen Lädchen“ in Oberbalzheim werde die Nahversorgung vor Ort in dieser Konstellation recht gut angenommen: „Freilich muss es der Bürger auch unterstützen, nur so lässt es sich tragen.“ Der Schultes dankte ausdrücklich für die Fördermittel aus dem ELR-Programm, die für diese innerörtlichen Projekte geflossen seien. Doch der Schultes hatte auch noch ein Anliegen: „Wir würden es unterstützen, in diesem Bereich mehr Wohnraum zu schaffen.“

Auch dem Landrat gefällt der Dorfplatz: „Man sieht, dass das gut angelegtes Geld ist“, kommentierte er. Dies sei eine Aufwertung des Ortes, damit sie lebenswert bleibe. Die Nähe zur Autobahn beinhalte immer eine latente Gefahr für die Kommunen, zur reinen Schlafstätte zu werden. Weiter meinte Heiner Scheffold: „Seit zwei bis drei Jahren ist unser Landkreis sehr gut weggekommen beim ELR-Programm.“ Vom Volumen her könne man zufrieden sein. „Wir haben begrenzte Mittel und fragen, für was man sie einsetzen kann.“

Der Bau der Hochwasserrückhaltung in Oberbalzheim ist im Gegensatz zum Dorfplatz noch in vollem Gange. Dort war vor zwei Jahren der Weiherbach auf Grund von starken Regenfällen über die Ufer getreten und hatte schlimme Schäden angerichtet. Im Moment entstehen am nordöstlichen Ortsausgang drei Dämme, die in der Lage sind, 14 000 Kubikmeter Wasser zu generieren.

„2016 war ein besonderes Jahr“, erinnerte sich der Landrat auf der Großbaustelle an die vielen Starkregen. In Bereichen, wo man es nie für möglich gehalten hätte, habe es genauso Überschwemmungen gegeben wie an prominenten Stellen. „Aber auch kleine Bäche haben unglaubliche Zerstörungen angerichtet.“ Dadurch seien die Sensibilität und das Bewusstsein für solche Situationen unheimlich geschärft worden. „Positiv ist, dass die Gemeinden sofort reagiert haben“, sagte er und hob bei dieser Gelegenheit explizit Balzheim und Erbach hervor.

Die Firma Ceratizit bildete das letzte Etappenziel der Landratsvisite. Beim Präzisions-Hartmetallwerkzeug-Hersteller erwarteten die Politiker Gespräche und ein Betriebsrundgang.

Südlichste Gemeinde im Alb-Donau-Kreis

Zahlen Balzheim ist mit rund 2030 Einwohnern die südlichste Gemeinde des Alb-Donau-Kreises. Die Kommune liegt rund 25 Kilometer südlich von Ulm im Illertal. Die erste urkundliche Nennung des Ortes datiert auf den 2. Juni 1087.

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