Schienenausbau Landrat kritisiert Stillstand bei Bahn-Ausbau

Am Bahnhof Amstetten hält kein Regionalexpress mehr,  es stoppen Regionalbahn und vereinzelt IRE. „Leicht schizophren“, nennt Landrat Heiner Scheffold die Entwicklung. Foto: Stefan Bentele
Am Bahnhof Amstetten hält kein Regionalexpress mehr, es stoppen Regionalbahn und vereinzelt IRE. „Leicht schizophren“, nennt Landrat Heiner Scheffold die Entwicklung. Foto: Stefan Bentele © Foto: Foto: Stefan Bentele
Petra Laible 15.12.2016

Ob Illertalbahn, Südbahn, Donaubahn, Filstalbahn, Neubaustrecke Wendlingen–Ulm, Brenzbahn, Donautalbahn, Ausbau ICE-Strecke Ulm–Augsburg  oder Allgäubahn – „Auf allen Schienenstrecken bei uns sind Maßnahmen geplant oder in der Umsetzung oder werden diskutiert“, sagte Markus Riethe, Verbandsdirektor des Regionalverbands Donau-Iller. Er gab am Montag bei der Verbandsversammlung in Erbach einen Überblick über den Planungsstand.

Allerdings verzögere sich der Ausbau der Illertalbahn mit Umbau des Sendener Bahnhofs und regelmäßigen Halten in Gerlenhofen wohl bis April 2022. Besser sieht es beim Ausbau der Brenzbahn zwischen Ulm und Aalen aus: Die Arbeiten seien relativ weit fortgeschritten.

   Für die Donaubahn ist ein stündlicher Express nach Tuttlingen geplant, zusätzliche regionale S-Bahnen und neue Halte einschließlich einer Modernisierung des Blaubeurer Bahnhofs.

Stichwort Südbahn: Die Elektrifizierung sei gut in der Zeit. Geklärt werden müsse zwischen Region und Land, wie sich der neue Bahnhalt Merklingen auf die Südbahn auswirke. So sollen Kosten für nötige Verbesserungen auf der Strecke dem Projekt Regio-S-Bahn Donau-Iller angelastet werden – die Region lehne das ab. Herausgestellt habe sich, dass es sinnvoller ist, die Regionalbahnen in Aulendorf zu „brechen“ – anstatt einer durchgängigen Verbindung bis Friedrichshafen.

Zur Filstalbahn: Amstetten habe fast die Hälfte der derzeitigen Halte verloren. „Eine derartige Verschlechterung kann nicht sein.“ Zumindest müsste es halbstündige Regionalbahnen geben. Das Land stehe auf dem Standpunkt, dass dies die Kommunen mitfinanzieren müssten. Nach Protesten würden nun einzelne IRE-Züge in Amstetten halten, aber nicht den ganzen Tag über.

Deutliche Worte in Sachen Filstalbahn sprach Heiner Scheffold, Landrat des Alb-Donau-Kreises und frisch gewählter stellvertretender Verbandsvorsitzender. Um den gleichen Standard wie früher zu erreichen, müssten dies die Kommunen mitfinanzieren. „Das ist leicht schizophren.“

Positiv seien einzig die Entwicklung der Brenzbahn und die kürzliche Finanzierungsvereinbarung für den Bahnhalt Merklingen. Grundsätzlich sehe er beim Schienenverkehr zu wenig Fortschritt. Bei der Donaubahn „treten wir seit drei Jahren auf der Stelle“. Eine Fahrplan-Studie folge der nächsten, ein weiteres Gutachten steht noch aus  – „und wir wissen immer noch nicht, wie es aussieht“. Er wünsche sich, dass es vorangeht, und „wir nicht nur jedes Jahr Berichte hören müssen“. Riethe gab ihm recht: „Wir sollten weiter sein.“ pl