Leipheim Landesmeisterschaft für 24 Suchhunde

Leipheim / AMREI GROSS 25.04.2016
Einer Fährte folgen, ein Gebiet absuchen: 24 Hundeführer haben mit ihren Tieren an der Landesmeisterschaften im Rettungshundewesen nahe Leipheim teilgenommen. Bei durchwachsener Witterung.
Am Wochenende war das interkommunale Gewerbegebiet „Areal Pro“ zwischen Günzburg, Leipheim und Bubesheim Schauplatz der dritten offenen Landesmeisterschaften im Rettungshundewesen der Landesgruppe Bayern Süd im Verein für Deutsche Schäferhunde (SV). Die erstmals von der SV-Ortsgruppe Günzburg ausgerichtete Veranstaltung lockte 24 Hundeführer aus Bayern und Baden-Württemberg an, die sich mit ihren Hunden in den Sparten Fährte und Flächensuche den Aufgaben der beiden Leistungsrichter Peter Arth und Friedrich Reichert stellten.

Bei durchwachsener Witterung mussten sich alle Starter nicht nur in der Suche bewähren: In einer Unterordnung galt es, den Gehorsam des Hundes in verschiedenen Übungen unter Beweis zu stellen; zudem wurde die Gewandtheit der Tiere mit Hilfe verschiedener Geräte und Hindernisse überprüft. Die Sucharbeit gliederte sich je Sparte in drei Schwierigkeitsstufen. Fährtenhundeteams erwartete hierbei eine bis zu 2000 Schritte lange und 180 Minuten alte Fährte über Wiesen, Äcker und Feldwege hinweg; in der höchsten Flächenstufe waren binnen 30 Minuten bis zu 40.000 Quadratmeter Wald nach drei vermissten Personen abzusuchen. Spürte der Hund einen Vermissten auf, so musste er seinen Fund über anhaltendes Bellen, die Aufnahme eines an seinem Halsband befestigten Bringsels oder den sogenannten Rückverweis seinem Herrchen oder Frauchen melden.

Auf der Fährte waren zudem verschiedene Gebrauchsgegenstände des Alltags wie Handschuhe, Socken, ein Handy, ein Stofftier oder eine Packung Kaugummis versteckt, die der Hund ebenfalls aufspüren und verweisen sollte. Eine Vorbereitung auf den Ernstfall waren die Prüfungen am Wochenende aber nicht. „Wir bilden unsere Hunde im rein sportlichen Bereich aus“, erklärte der Ausbildungsleiter der Rettungshundegruppe der SV OG Günzburg, Harald Becker. Eine Einsatzfähigkeit werde von keinem seiner Teams angestrebt, „obwohl die Hunde dazu in der Lage wären“.

„Die Ausbildung von Sport- und Einsatzrettungshunden ist im Wesentlichen dieselbe“, bestätigte Leistungsrichter Friedrich Reichert. Er muss es wissen, ist er doch neben seinem Engagement für das Rettungshundewesen im Verein für Deutsche Schäferhunde zudem Leistungsrichter Rettungshunde im Deutschen Feuerwehrverband und einsatzerprobter Rettungshundeführer bei der Staffel der Freiwilligen Feuerwehr Buchen im Odenwald. „Wer eine SV-Prüfung für Rettungshunde besteht, darf aber damit nicht in den Einsatz.“ Denn um im Ernstfall Menschenleben retten zu können, benötige nicht nur der Hund, sondern auch der Mensch an seiner Seite eine fundierte und zeitaufwendige Ausbildung – in Erster Hilfe, Sprechfunk, Einsatztaktik, Orientierung im Gelände und vielen Bereichen mehr.

Friedrich hofft jedoch stets, dass der eine oder andere Sport-Rettungshundeführer durch seine Prüfungserfolge motiviert werde, sich einer Einsatzstaffel anzuschließen – so wie er selbst es vor zehn Jahren tat. In der Prüfung achtete Friedrich – ebenso wie sein Kollege Arth – auf eine zielsichere, selbstständige und freudige Arbeit des Hundes sowie eine sichere Anzeige der vermissten Person: „Ich will Hunde sehen, die mit sich im Einklang sind und mit ihrem Hundeführer ein Team bilden.“ Unter dem Prüfungsdruck der Landesmeisterschaften gelang dies am Wochenende jedoch nicht allen Startern.

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