Neubaustrecke Land will Züge über die Alb bestellen

Merklingen/Ulm / Joachim Striebel 03.07.2018

„Das sind mal ein paar gute Nachrichten aus dem Verkehrsministerium“, sagt Martin Rivoir. Der Ulmer Landtagsabgeordnete und verkehrspolitische Sprecher der SPD-Fraktion hatte zusammen mit Kollegen im Landtag eine Stellungnahme des Verkehrsministeriums zur Neubaustrecke Wendlingen–Ulm und zur Inbetriebnahme des Bahnhofs Merklingen beantragt. Minister Winfried Hermann (Grüne) teilt nun mit, dass das Land Schritte unternommen hat zur Einrichtung einer möglichen Regionalverkehrslinie. Zur Bestellung eines Regionalverkehrs sei am 15. Juni eine Vorinformation im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht worden, schreibt Hermann. Falls ein solches Angebot „betrieblich möglich“ werde, sei es vom Land als für den Regionalverkehr zuständigen Aufgabenträger zu bestellen.

Das Ministerium bestätigt bisherige Informationen zur vorgezogenen Inbetriebnahme der Neubaustrecke Wendlingen–Ulm. Von Ende 2022 an sollen Züge rollen zwischen der so genannten Güterzuganbindungskurve Wendlingen und dem Ulmer Hauptbahnhof. Das Verkehrsangebot auf der Neubaustrecke werde „im Zusammenhang des gesamten Korridors Stuttgart–Ulm und Stuttgart–Tübingen“ geplant. Die Prüfung durch die DB Netz AG sei noch nicht abgeschlossen.

„Für die Bahn hat der ICE-Verkehr oberste Priorität“, sagt Rivoir. Das könnte zum Nachteil werden für den Bahnhof Merklingen. Denn die Güterzugkurve stellt einen Engpass dar. Wie Rivoir erfahren hat, ist es problematisch, auch noch Regionalzüge auf die Strecke zu legen. Nur diese, nicht etwa die längeren ICE-Züge, können in Merklingen halten. Es dürfe aber nicht sein, dass der Bahnhof, in den die Region viel Geld stecke, drei Jahre lang still stehe und erst mit Eröffnung des gesamten Projekts Stuttgart 21 in Betrieb gehe, meint Rivoir.

Er ist zufrieden mit der Antwort des Ministers. Hermann  schreibt: „Die Landesregierung wird sich weiter dafür einsetzen, dass der Bahnhof Merklingen zeitgleich mit der Inbetriebnahme der Neubaustrecke durch einen stündlichen Regionalverkehr bedient wird.“ Das Land habe bei der DB Netz AG angeregt, für eine erste Phase auch einen Pendelverkehr zwischen Merklingen und Ulm zu prüfen. Rivoir hatte dies vorgeschlagen.

Unternehmen werden frühzeitig informiert

Ausschreibung Eine Vorinformation im EU-Amtsblatt ist vorgeschrieben bei der Bestellung von regionalem Schienenverkehr. Nach diesem ersten Schritt des Vergabeverfahrens werden noch keine Gebote abgegeben, berichtet Edgar Neumann, der Sprecher des Verkehrsministeriums. Unternehmen werde frühzeitig signalisiert, dass eine konkrete Ausschreibung folgt.

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