Bahnhalt Land droht mit Einschnitten

Merklingen/Stuttgart / Joachim Striebel 01.12.2018

Der Verband Region Schwäbische Alb und der Alb-Donau-Kreis sehen keine Möglichkeit, sich über die zugesagte Summe von 13 Millionen Euro hinaus am Bau des Bahnhofs Merklingen zu beteiligen. Das geht aus einer Mitteilung hervor, die das baden-württembergische Verkehrsministerium gestern nach einem Gespräch am Donnerstag verschickt hat. Das Land will nun möglicherweise beim Vorlaufbetrieb sparen. Wie berichtet, hatte Verkehrsminister Winfried Hermann am 22. November überraschend berichtet, dass der Bahnhof an der Neubaustrecke Wendlingen-Ulm nicht wie geplant 43 Millionen Euro, sondern rund 53 Millionen Euro kosten wird.

In dem Gespräch unter Leitung von Ministerialdirektor Prof. Uwe Lahl sollten nun die Partner in der Region um eine Beteiligung an der Kostensteigerung gebeten werden. Mit dem Bahnhof werde die Alb an den klimafreundlichen Schienenverkehr angeschlossen, die Bahnstation gebe einen spürbaren Impuls für die Entwicklung der Region. „Deshalb wünschen wir uns auch eine Beteiligung der kommunalen Seite, die von dieser Entwicklung stark profitiert“, wird Lahl, der Amtschef des Ministeriums, zitiert.

Region gegen Einschränkungen

Der Laichinger Bürgermeister und Vorsitzende des Verbands Region Schwäbische Alb, Klaus Kaufmann, hält dagegen, dass die kommunale Seite mit einer Beteiligung von 13 Millionen Euro bereits an die Grenze gegangen sei. „Mehr ist nicht leistbar.“ Von Kostensteigerungen beim Bauen seien auch die beteiligten Kommunen betroffen. Denn sie müssten den Anstieg der Kosten für Umfeldmaßnahmen wie Parkplätze und Straßen übernehmen.

Lahl verwies darauf, dass es auch für das Land schwierig sei, die Mehrkosten abzudecken. Unter Umständen müsse das Angebot an regionalem Zugverkehr im geplanten Vorlaufbetrieb auf der Neubaustrecke eingeschränkt werden. Klaus Kaufmann und Markus Möller, Erster Landesbeamter im Alb-Donau-Kreis, lehnen laut Mitteilung weitere Einschnitte im Fahrprogramm strikt ab.

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