Gemeinderat Laichinger Sitzungsmarathon in gereizter Stimmung

Laichingen / Sabine Graser-Kühnle 25.07.2018

Lag es am sechsstündigen Sitzungsmarathon, den die Laichinger Stadträte am Montag absolvierten – Mitglieder vom Verwaltungsausschuss tagten eine knappe Stunde länger –, oder war es die aufgestaute Luft, die die Gemüter erhitzte? Jedenfalls erlebten zahlreiche Zuhörer im rappelvollen Saal eine Ratssitzung, die mit zunehmender Stunde hitziger und emotionaler wurde und die Äußerungen im Ton aggressiver.

So konnten manche Räte für einzelne Themen auf der Tagesordnung überhaupt kein Verständnis aufbringen und lehnten gleich zwei Vorstöße der Verwaltung rigoros ab (Berichte folgen). Immer wieder ging es um die städtischen Finanzen und beim blanken Stadtsäckel liegen scheinbar mittlerweile die Nerven bei allen am Ratstisch blank.

Als weiteres Reizthema zeigte sich die Taktik der Stadt beim Verkauf von Gewerbegrundstücken. Von „leeren Versprechungen“ seitens des Bürgermeisters (Wilhelm Häberle, BWV) war die Rede. Selbst mit Bürgermeister Klaus Kaufmann gingen irgendwann die Pferde durch und er untermauerte seine Argumente mehrfach mit dem Adjektiv „verdammt“. Dabei sollte diese letzte Sitzung vor der Sommerpause doch eher Wege ebnen, damit es vorangehen kann in drängenden Dingen wie der Kinderbetreuung.

Grillen um Mitternacht

Ein Grillen im Waldklassenzimmer im Freizeitwald „Westerlau“ war im Anschluss vorbereitet, doch viele Räte waren zu erschlagen nach dieser gefühlsoffensiven Mammutsitzung und zogen zu dieser mitternächtlichen Stunde das heimische Bett dem Grillsteak vor.

Der Bürgermeister kann die gereizte Stimmung nicht nachvollziehen, wie er auf Anfrage sagte. „Vielleicht waren die Räte in ihren Entscheidungen an diesem Abend überfordert.“ Der „fast agressive Ton“ von Wilhelm Häberle habe ihn überrascht: „Dafür gab es eigentlich keinen Grund.“ Auf dieses heftige Argumentieren von Häberle habe der Gemeinderat wohl reagiert und als Folge der Verwaltung mehrfach einen Korb gegeben, meinte Kaufmann zum heftigen Gegenwind aus dem Gremium an diesem Abend.  Häberle selbst wollte sich nicht dazu äußern. Ob es nun der gereizte Ton Häberles war, oder die Sache an sich: Nicht wenige Räte positionierten sich an diesem Montagabend mit deutlichen Worten gegen Beschlussvorschläge der Verwaltung und des Bürgermeisters. In drei von 17 Tagesordnungspunkten kam es zur Ablehnung und in einem zu gar keinem Beschluss.

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