Kommunalpolitik LAB kritisiert starre Haltung der Stadt

Jutta Striebel-Möller bleibt LAB-Vorsitzende.
Jutta Striebel-Möller bleibt LAB-Vorsitzende. © Foto: Sabine Graser-Kühnle
Laichingen / mp 13.04.2018
Schullandschaft und die finanzielle Lage Laichingens waren Themen der LAB-Hauptversammlung.

15 Mitglieder haben sich zur Hauptversammlung der Laichinger Allgemeine Bürgerliste (LAB) zusammengefunden. Am meisten treibt sie die unklare Situation der Schullandschaft um. Als „kaum allein zu stemmende Herkulesaufgabe“ titulierte Schriftführer und Fraktionsvorsitzender Bernhard Schweizer die Situation. Weit entfernt von der Idee der Stadtverwaltung favorisiert die LAB für die weiterführenden Schulen einen zentralen Standort, quasi einen Campus, mit räumlicher Trennung von der Grundschule. Der Standort Henzenbuch sei wohl nicht haltbar. Die Stadt verfolge den Vorschlag aus dem Schulkonzept, der eine Grundschule an der Feldstetter Straße gegenüber dem Parkplatz der Schwimmhalle vorsieht, auf dem künftig die Gemeinschaftsschule stehen soll. Die LAB sähe alles am liebsten auf dem Freigelände unterhalb der Realschule. „Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg, man müsste nur über seinen Schatten springen“, kritisierte Schweizer die starre Haltung der Verwaltung. Um die Grundschule in direkter Nähe zu haben, stellte er gar die Förderschule des Alb-Donau-Kreises in Frage. „Muss die Martinschule in Laichingen bleiben?“ Kritik übt die LAB daran, dass das Thema nicht öffentlich diskutiert wird. „Wir wünschen uns einen Ideenwettbewerb und tragen ganz sicher jede gute Idee mit. Bislang haben wir allerdings nichts Besseres gehört.“

Doch nicht nur die Standortfrage spukt in den Köpfen von LAB-Mitgliedern und der Gemeinderatsfraktion. Auch die finanzielle Lage der Stadt bereitet Sorge. „Wenn wir nicht aufpassen, haben wir einen enormen Schuldenhaushalt beisammen“, warnte Kassier Kurt Pöhler. Er verwies auf den Finanzierungsplan, der neben dem Neubau der Erich-Kästner-Schule die Erhaltung des Straßennetzes, Kläranlage, Vorhalten von Kindergartenplätzen und Bauland vorsieht. Pöhler rechnet mit Kosten von weit über 34 Millionen Euro. „Dazu braucht es eine Neuverschuldung.“

Vor diesem Hintergrund scheint es der LAB auch zulässig, einst getroffene politische Entscheidungen in Frage zu stellen. So dachte Schweizer laut darüber nach, ob es richtig war, beim Ja für die Gemeinschaftsschule, der Realschule ihren Bestand zu versprechen. Und das entgegen aller damals politischen Signale für ein gewünschtes Zwei-Säulen-Modell. Um Kosten zu sparen, hält die LAB nach wie vor daran fest, alle drei weiterführenden Schulen einschließlich Gemeinschaftsschule in einen Zweckverband mit den Nachbargemeinden zu packen und so die Kosten zu teilen. Entgegen dem Ansinnen der Stadt, die das lieber in öffentlich-rechtlichen Verträgen verankert sehe. „Beim Bahnhof funktioniert das wunderbar, warum nicht auch bei den Schulen“, meinte Schweizer.

Bei den turnusgemäß anstehenden Wahlen ist die Vorstandschaft bestätigt worden. Vorsitzende bleibt Jutta Striebel-Möller, ihr Stellvertreter Alexander Stuhlinger. Kurt Pöhler ist Kassier und Schriftführer Bernhard Schweizer.