Er 35-jährige Heroldstatter Florian Schröder ist ein Künstler der jungen Mediengeneration: Seine kreativen Fähigkeiten fließen jahrelang mit Mediendesign und -technik in die Werbung, bevor er die schöpferische Kraft in seine Kunst umleitet. In seiner Ausstellung "Hi is just another word for hello" in den Räumen der Sparkasse in Laichingen stellt er insbesondere Grafiken aus, limitierte und nummerierte Siebdrucke. Und es wird deutlich: Hier vermischt sich traditionelle Kunst mit modernen künstlerischen Mitteln.

In der - nach fast siebzig Jahren seit ihrer Entstehung - alten Tradition der Pop-Art, setzt Schröder Motive aus Werbung, Alltagsgegenstände und Comicbilder in neue Zusammenhänge. Andy Warhol ist da unschwer als Vorbild auszumachen. Allerdings anders als in der einstigen Pop-Art-Antikunst-Bewegung, die sich der informellen Kunst abgewandt hatte, ist es eben die Information, die Schröder in den Mittelpunkt seiner Werke stellt. Nämlich indem er die Mittel der Produktwerbung gezielt einsetzt: Corporite Identity, Branding, Bildmarken. Ziel dabei ist es, in stark stilisierter, derweil individueller und einprägsamer Form Marken und Unternehmen in die Gehirne der Menschen zu zinnen und Assoziationen und Gefühle auszulösen. "Damit wird an Rezeptoren im Gehirn angedockt, die ganz spezielle Reize, etwa Lebensgefühle, auslösen", erklärte es Tommi Brem, Projektleiter vom Stadthaus Ulm, in seiner Einführungsrede.

Als Stilmittel für seine Kunst nutzt Schröder sich selbst: in nahezu jedem der 27 ausgestellten Bilder ist er personifiziert: mal stilisiert über seinen ihm eigenen Schnauzer und die Brille, dann ganz visuell als Fotomontage. Und da kommt wieder der Werbefachmann zu Tage: Denn Schröder ist nicht einfach Florian Schröder, sondern er und seine Bilder sind die Marke "Wokasoma".

Das alles, so forderte Brem auf, reize zum Nachdenken und Vergleiche ziehen. Etwa inwiefern Kunst und Geld in Verbindung zueinander stehen, weshalb ein 200-Euro-Schein immer denselben Wert hat, der Wert eines wesentlich größer dimensionierten Bildes aber wechseln kann. Man könne aber, führte Brem weiter aus, einfach so durch die Ausstellung gehen und die Bilder einteilen in "gefällt mir" oder "gefällt mir nicht". Und plakativ, wie sie sind, sind die Grafiken durchaus "gefällig" - ohne den schnöden Beigeschmack, den dieser Begriff in der Kunstwelt üblicherweise auslöst, denn hinter dem Plakativen steckt neben der kreativen Idee eine außerordentliche Präzision und Feinarbeit.

Info Die Ausstellung läuft bis 9. Oktober und ist zu den üblichen Geschäftszeiten der Sparkasse in Laichingen zugänglich.