Das Risiko, im Schutzbereich des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West Opfer einer Straftat zu werden, ist relativ gering. Die Menschen zwischen den Allgäuer Alpen und der Donau leben sicher, erklärte Polizeipräsident Werner Strößner vergangene Woche bei der Vorstellung der Polizeistatistik 2014 in Kempten. Strößner sagte sogar: „Wir leben in der sichersten Region Deutschlands.“ Sorgen bereitet den Ermittlern allerdings die zunehmende Zahl der Wohnungseinbrüche im Gesamtgebiet. „Das beunruhigt die Bürger sehr. Und uns auch“, betonte der Polizeipräsident. Die wichtigsten Punkte im Überblick:

Straftaten Die Zahl der Straftaten ist im Zuständigkeitsbereich des Präsidiums auf dem niedrigsten Stand seit zehn Jahren. 2014 wurden alles in allem 39 891 Straftaten registriert, 234 weniger als 2013. Trauriger Spitzenreiter, was Straftaten angeht, ist einmal mehr der bevölkerungsreiche Kreis Neu-Ulm. Dort wurden im Vergleich zu anderen Landkreisen im Schutzbereich die meisten Delikte begangen. Allerdings ging auch im Kreis Neu-Ulm die Zahl der registrierten Straftaten zurück – um 307 auf nun 7659 Fälle. Ein Vergleich: Im Nachbarlandkreis Unterallgäu gab es im Vergleichszeitraum etwa 3900 Straftaten.

Einbrüche 2014 haben sich insgesamt 399 Wohnungseinbrüche ereignet, 48 mehr als 2013. Das bestätigt laut Ermittler einen beunruhigenden Trend. Demnach gibt es immer mehr Wohnungseinbrüche. Binnen fünf Jahren haben sich die Fallzahlen um 67 Prozent erhöht: 2009 wurden noch 238 Fälle gezählt. Der gewaltsame Eingriff in die Privatsphäre habe fatale Folgen. Die Einbrüche beeinträchtigen das Sicherheitsgefühl vieler Opfer nachhaltig, sagte Karl-Heinz Alber, Leiter der Verbrechensbekämpfung im Präsidium. „Viele fühlen sich nach einem Einbruch nicht mehr wohl und ziehen sogar aus.“ (siehe Info-Kasten) .

Gewalt Die Zahl der Gewaltdelikte (Körperverletzungen, Raub, Widerstand gegen Polizisten) nimmt weiter ab. 2014 wurden im Gesamtbereich 1206 Fälle (2013 waren es 1321) registriert. Auch das ist der niedrigste Wert seit zehn Jahren.

Drogen Die Polizei hat eigenen Angaben zufolge ihre Kontrollen verstärkt und deshalb mehr Drogenkonsumenten oder Händler ermittelt. 2014 wurden 2531 Rauschgiftdelikte im Präsidiumsbereich registriert, 430 mehr als im Vorjahr. Die Täter agierten „zunehmend professioneller und abgeschottet“.

Aufklärungsquote Fast 70 Prozent der Straftaten werden aufgeklärt. Die Aufklärungsquote des Polizeipräsidiums liegt unverändert hoch und über dem Schnitt in Freistaat und Bund. In Bayern lag die Quote bei knapp 65 Prozent, deutschlandweit bei 55 Prozent.

Extremismus Nach Angaben des Polizeipräsidiums ist die islamistische Szene in Ulm/Neu-Ulm inzwischen geschwächt. Dennoch gebe es in der Doppelstadt gewaltbereite Islamisten. „Diese treffen sich aber nicht wie früher im Multikulturhaus in Neu-Ulm, sondern im Internet, wo sie ihre Propaganda absetzen“, sagte Ermittler Karl-Heinz Alber. Im Raum Ulm/Neu-Ulm seien die Ermittler daher weiter gefordert.

Potenzielle Einbrecher abschrecken

Schlösser Die Polizei sagt angesichts steigender Fallzahlen Einbrechern den Kampf an. Viele Wohnungseinbrüche könnten zudem verhindert werden, die Bürger dabei selbst einen entscheidenden Beitrag leisten, sagte Polizeipräsident Werner Strößner. Türen und Fenster etwa ließen sich durch den Austausch von Schlössern oder Beschlägen sicherer machen. „Es muss nicht gleich die teure Alarmanlage sein.“

Türen Es geht darum, einfache Dinge zu beachten: Wer mal eben aus dem Haus geht, müsse darauf achten, dass Fenster und Türen vollständig geschlossen sind. Es lohne sich überdies, einfach mal das Licht anzulassen. Dies schrecke potenzielle Täter ab, „denn die Täter kalkulieren ihr Risiko, erwischt zu werden, ganz genau“.