Windkraft Kretschmann soll über Projekt in Öllingen entscheiden

THOMAS STEIBADLER 24.11.2016

Windkraft oder Welterbe? Wenn sich diese Frage angesichts des Öllinger Windrad-Projekts der ENBW stellt, dann solle sich die Landesregierung so positionieren, „dass eine Anerkennung der Höhlen des Lonetals als Weltkulturerbe möglich wird“. Diese Auffassung vertritt der Landtagsabgeordnete Martin Rivoir (SPD) in einem Schreiben an Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne). Nach Auffassung des Abgeordneten aus Ulm steckt die Landesregierung in einem Dilemma: Das Wirtschaftsministerium sehe die drei geplanten Windräder kritisch, das Umweltministerium befürworte das ENBW-Projekt. Kretschmann solle sich daher des Themas annehmen, meint Rivoir, und für eine Stellungnahme des Landes pro Welterbe sorgen.

Das Landesamt für Denkmalpflege spricht sich, wie berichtet, gegen das Vorhaben der ENBW aus. Der Konzern möchte im Windkraft-Vorranggebiet bei Öllingen drei Anlagen mit einer Gesamthöhe von 230 Metern errichten. Die Denkmalschutzbehörde führt an, die Windräder störten den Blick aus Richtung der Bocksteinhöhle im Lonetal. Dadurch werde die Aufnahme der eiszeitlichen Fund-Höhlen im Lonetal und im Achtal in die Welterbe-Liste gefährdet.

Die Hängepartie um die drei Windräder – das Genehmigungsverfahren beim Landratsamt Alb-Donau läuft – betrifft den Verwaltungsverband Langenau. Der Verband will den Flächennutzungsplan für seine 14 Mitgliedskommunen fortschreiben. Darin müsste das Windkraft-Vorranggebiet bei Öllingen aufgenommen werden. Da unklar ist, ob das Gebiet überhaupt Bestand haben wird, bleibt es bei der Fortschreibung unberücksichtigt. ts

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