Ausgaben Kosten für Merklinger Bahnhof steigen auf 44 Millionen

Merklingen / EVA-MARIE MIHAI 28.07.2016
Die schlechte Nachricht: Die Ausgaben sind gestiegen. Die gute: Der Nutzen des künftigen Bahnhofes in Merklingen liegt immer noch über den Kosten.

Die voraussichtlichen Kosten des Alb-Bahnhofs bei Merklingen sind gemäß einer Nutzen-Kosten-Untersuchung auf 44 Millionen Euro gestiegen. Davon entfallen auf die Planung und den Bau des Bahnhofs 26,5 Millionen, auf das Umfeld, etwa den Parkplatz, 5,5 Millionen. Das sind elf Millionen mehr als in der Machbarkeitsstudie von 2015 prognostiziert wurde. Hinzu kommen laut baden-württembergischem Verkehrsministerium Verbesserungen an der Südbahn mit drei Millionen sowie neun Millionen Euro für die Instandhaltung, die die Bahn über Jahre hinweg ausbezahlt bekommt. Trotz der Erhöhung übersteigt der Nutzen des Bahnhofs laut der Analyse des Planungsbüros Ramboll (Karlsruhe) die Kosten um 50 Prozent. Das Ministerium rechnet also mit einem Nutzen-Kosten-Verhältnis von 1,5. Dieser Wert sei allerdings nicht endgültig, sagte Ministeriumssprecher Edgar Neumann.

Der Grund für die Kostensteigerung sei darin zu suchen, dass in vorherigen Kalkulationen einige Faktoren nicht berücksichtigt worden seien, teilte das Ministerium mit. Nicht mit eingerechnet waren beispielsweise die Planungskosten für den Bahnhof oder die Verbesserungen an der Südbahn. Diese sind notwendig, um den Fahrzeitverlust, der durch den zusätzlichen Halt in Merklingen entsteht, im weiteren Streckenverlauf zwischen Ulm und Friedrichshafen auszugleichen. Geplant sind Neumann zufolge bessere Signalisierung und schnelleres Wenden der Züge in Friedrichshafen.

Die Finanzierung soll mit bis zu 30 Millionen Euro aus Regionalisierungsmitteln des Landes erfolgen. Die Kommunen und der Alb-Donau-Kreis beteiligen sich zusammen mit maximal 13 Millionen Euro. Demnach fehlt eine Million Euro zur Kostendeckung. Neumann erklärt das damit, dass die Beträge aufgerundet worden seien. Man habe viele Puffer eingerechnet. Der Realisierungs- und Finanzierungsvertrag zwischen Land, Kommunen und Deutscher Bahn solle im August vorliegen und dann von den Gremien der Kommunen und der Bahn beschlossen werden. Die Unterzeichnung sei für November vorgesehen.

Mit dem Ergebnis des laufenden Planfeststellungsverfahrens beim Eisenbahnbundesamt rechnet Neumann bis spätestens September: „Das ist zeitlich unkritisch.“

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