Betreuung Kosten für Kindergruppe explodieren

Blaubeuren / Thomas Spanhel 14.06.2018

Die Kosten für eine neue Gruppe im Evangelischen Kindergarten am Dodelweg sind auf 200 000 Euro gestiegen. Mit 22 Ja-Stimmen und zwei Enthaltungen hat der Blaubeurer Gemeinderat dem Bauvorhaben trotzdem recht einmütig zugestimmt. Weil es sich um eine Ganztagsgruppe handelt, übernimmt die Stadt die kompletten Kosten für die evangelische Kirchengemeinde als Trägerin der Einrichtung.

„Die Verfünffachung der Kosten ist schon einmalig – zum Glück“, kommentierte Grünen-Stadtrat Frieder Bohnacker, um dann aber ähnlich wie die übrigen Räte dem Vorhaben aus architektonischen und inhaltlichen Gründen zuzustimmen. „Diese Summe für eine neue Kindergartengruppe ist durchaus vertretbar“, argumentierte Markus Gebhardt (Freie Wähler). Hätte man neu gebaut, wären die Kosten deutlich höher gelegen. Ähnlich sahen das Hubert Bold (CDU) und Ursula Sigloch (SPD). Sie meldeten aber auch Kritik an der Streichung eines fest eingeplanten Zuschusses an.

Ursprünglich waren die von der Stadt zu tragenden Kosten für den Umbau der alten Hausmeisterwohnung des Kindergartens mit lediglich 40 000 Euro angegeben worden, weil auch ein Zuschuss des Bundes in Höhe von 70 000 Euro in Aussicht gestellt worden war. Die Situation änderte sich jedoch, weil der Kindergarten aus pädagogischen Gründen eine andere Raumkonzeption verwirklichen wollte. In den Bereich der früheren Hausmeisterwohnung soll nun die Kinderkrippe einziehen, im übrigen Kindergartengebäude werden dann  die insgesamt fünf Gruppen mit Kindern über drei Jahren betreut. So „entstand eine neue Raumkonzeption, die auch zukunftsfähig für unterschiedliche Gruppenformen ist“, argumentierte Pfarrer Ernst Börkircher für den Kindergartenträger. Die neuen Pläne zogen höhere Kosten für den Brand-, Gesundheits- und Arbeitsschutz nach sich. Gleichzeitig versagte das Regierungspräsidium den Zuschuss, weil für die Kinderkrippe bereits einmal Geld geflossen sei, wie Andrea Weber von der Stadtverwaltung erläuterte.

Der Ausbau der Blaubeurer Kindereinrichtungen wird weitergehen, weitergehen müssen, denn diese an den Grenzen ihrer Kapazitäten. Die Kindertagesstätte in Asch wird am 1. September um eine halbe Gruppe erweitert. In Beiningen wird der Sanitärbereich des Kindergartens Zwergenland für knapp 40 000 Euro renoviert. Der Neubau einer dreigruppigen Kindertagesstätte in Seißen und ein Kindergarten-Neubau in der Neuen Mitte Hochsträß sind ebenfalls vorgesehen.

Blaubeurer Kinder gut versorgt mit Plätzen

Investitionen Insgesamt investieren Stadt und Kirche in Blaubeuren rund 3,8 Millionen Euro in die Betreuung von Kindern zwischen dem ersten und dem sechsten Lebensjahr. Das Land und die Eltern beteiligen sich an diesen Kosten mit Zuschüssen und Beiträgen in einer Höhe von rund 1,9 Millionen Euro.

Freie Plätze Sowohl für Kinder unter drei Jahren als auch für Kinder über drei Jahren gibt es noch einige freie Plätze in den Betreuungseinrichtungen in Blaubeuren. Allerdings kann es sein, dass auf andere Stadtteile ausgewichen werden muss.