Illertissen Konzertprogramm voller Sahneschnitten

Bei der Zugabe, dem Konzertmarsch „Arsenal“, traten beide befreundeten Kapellen gemeinsam auf.
Bei der Zugabe, dem Konzertmarsch „Arsenal“, traten beide befreundeten Kapellen gemeinsam auf. © Foto: Manuela Rapp
Illertissen / Manuela Rapp 05.12.2018

„Beswingter“ Gang, ein Hit von Joe Cocker im Ohr oder vielleicht der eine oder andere flotte Tangoschritt auf dem Heimweg – kein Grund zur Sorge, das sind nur die Nachwirkungen eines Konzerts in der Illertisser Vöhlinhalle. Und was für eines. Nicht nur, dass es ein Hochgesang auf eine tönende Freundschaft war. Nicht nur, dass sich die Mitwirkenden von ihrer besten Seite zeigten. Für die Zuschauer war es ein musikalischer Gourmetabend, bei dem die beiden Stadtkapellen Illertissen und Crailsheim ein Programm voller Sahneschnittchen servierten.

Der Auftritt der hoch dekorierten Baden-Württemberger, die zu den besten Blaskapellen im Ländle zählen, ist eigentlich ein Gegenbesuch. Fünf Jahre hat’s dazu gebraucht, bis es geklappt hat. Der Beginn dieser wunderbaren Freundschaft geht auf Wolfgang Paulus’ Konto. Beruflich hatte es den Illertisser Hornisten, der zum vierköpfigen Vorstand der Kapelle gehört, nach Crailsheim verschlagen. Der Rest ist Geschichte.

Wie nun den Abend beschreiben? Ein musikalisches Gipfeltreffen zweier hochtalentierter, ehrgeiziger Ensembles war es, sachkundig moderiert von Wilhelm Schmid und Manuela Kirn. Majestätisches Blech in schönster Farbigkeit, nuancenreich feinsinnig und spielfreudig interpretiert. Satter Sound, der die Halle zum Beben brachte.

Unter dem Titel „Volkslieder einmal anders“ hatte Stefan Tarkövi Illertissens Heimspiel beispielsweise mit „Alte ungarische Tänze aus Gömör“, mit Astor Piazzollas „Libertango“ oder dem grandiosen ersten Teil der „Armenische Tänze“ garniert. Das Urteil dazu: „Schön und fein“ sei der Illertisser Sound, erklärte Crailsheims Musikdirektor Franz Matysiak. Dem standen seine Leute in nichts nach. Ihr Repertoire reichte vom dramatischen „Land of Zarathustra“ bis zur locker-flockigen Hommage an den Filmkomponisten Henri Mancini. Alles wirklich klasse gespielt. Wie schade nur, dass so viele Stühle an diesem Abend leer blieben.

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