Autobahn Kombination statt Erdwall

Elchingen / Barbara Hinzpeter 02.08.2018

Nur ein erster Schritt in die richtige Richtung“. So wertet die Elchinger „Bürgerinitiative für besseren Lärmschutz an den Autobahnen A 8 und A 7“ den Vorschlag, der sich beim Erörterungstermin im Planfeststellungsverfahren abzeichnete: Demnach soll statt des ursprünglich hohen Erdwalls ein kleinerer mit aufgesetzter Wand die Bürger vor dem Lärm der A 8 schützen, wenn diese sechsspurig ausgebaut ist.

Möglich geworden ist dieser Kompromiss laut  Bürgerinitiative nach „stundenlangen, streckenweise sehr zähen Verhandlungen“ bei der Erörterung im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens in der Brühlhalle. Nur „dank des unermüdlichen Einsatzes von Bürgerinitiative“ und des von der Gemeinde beauftragten Rechtsanwalts Ludwig Seitz seien die Verantwortlichen einen Schritt auf die Elchinger zugegangen – nachdem sie auch eine Fehlkalkulation hätten einräumen müssen: Der niedrige Wall mit Wand werde nur unwesentlich teurer als der zunächst geplante. Bei dieser Variante würden nur noch sechs Häuser über dem Lärmpegel liegen.

Kritik an Autobahndirektion

Unterstützt worden sind die Elchinger bei ihrem Einsatz für einen effektiven Lärmschutz von den Bundes- und Landtagsabgeordneten Georg Nüßlein und Beate Merk (CSU) sowie den Bundestagsabgeordneten Ekin Deligöz (Grüne) und Karl-Heinz Brunner (SPD). Er war beim Erörterungstermin in der Brühlhalle anwesend. In einem Pressegespräch kritisierte er die Autobahndirektion Südbayern massiv. Deren Argumentation und Verhalten sei von „Arroganz, Ignoranz und Inkompetenz“ geprägt. Er wirft ihr vor, Alternativvorschläge und Einwendungen nicht ernsthaft zu prüfen.

In einem Schreiben an das Staatsministerium hatte Brunner nach einem Ortstermin mit Vertretern der Bürgerinitiative und der Gemeinde deren Einwände gegen den geplanten Erdwall sowie die Erweiterung der Rastplätze vorgebracht. Er schlug unter anderem vor, die erweiterten Parkplätze näher an den Autohof Seligweiler zu rücken, da dort die Infrastruktur für die wöchentlichen Ruhezeiten der Lkw-Fahrer vorhanden sei, die sie nach einer neuen EU-Richtlinie nicht mehr im Fahrzeug verbringen dürfen.

Vorschläge nicht berücksichtigt

Brunner ärgert sich, dass dies im Antwortschreiben der Regierung, das er just am ersten Tag der Erörterung erhalten habe, ebenso wenig berücksichtigt worden sei wie die von ihm angeregte „halbseitige Einhausung“ an der A 8. Auf die Palme bringt ihn außerdem, dass die A 7 aus rein formalen Gründen nicht in die Betrachtung einbezogen werde. Autobahndirektion und Regierung dächten nicht über den Tag hinaus und beriefen sich auf Paragrafen, die aber stets einen Ermessensspielraum einräumten, meint Brunner. Auch wenn er selbst die teilweise Einhausung für die vernünftigste und tragfähigste Lösung halte – zumal das Gegenteil nicht bewiesen sei -, wäre er „mit jedem Ergebnis  einverstanden, wenn es seriös geprüft ist“.

Die Initiative, die das „Erdwall-Monster“ insbesondere wegen fehlender Effektivität abgelehnt hatte, weist in ihrer Mitteilung darauf hin, dass auch die vorgeschlagene Wall-/Wand-Kombination keinen vollen Schutz biete. Außerdem werde ähnlich viel Fläche verbraucht wie für den ursprünglich geplanten Erdwall. Darüber hinaus seien die Fragen der geplanten Park- und WC-Anlagen und „der Lärmschutz mindestens entlang des Autobahnkreuzes weitere Brennpunkte“ – und damit nicht vom Tisch. Ein Flüsterasphalt sowie ein Tempolimit im Bereich des Autobahnkreuzes könnten laut BI weitere Entlastung bringen.

Die Einwendungen, die beim Erörterungstermin nicht ausgeräumt werden konnten, werden nun weiter geprüft, teilt Karl-Heinz Meyer, Pressesprecher bei der Regierung von Schwaben, auf Anfrage mit.

Bürger können Planung einsehen

Länderübergreifend Die Regierung von Schwaben führt auf Antrag der Autobahndirektion Südbayern das Planfeststellungsverfahren für den länderübergreifenden sechsspurigen Ausbau der A 8 von Ulm-West bis zum Autobahnkreuz Elchingen durch. Die Planunterlagen können auf der Internetseite der Regierung von Schwaben unter regierung.schwaben.bayern.de unter der Rubrik „Planung und Bau“ eingesehen werden.

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